Für Dienstag ist in Brüssel ein Treffen zwischen EU-Vertretern und einer Taliban-Delegation geplant. Bestätigt wurde dies durch das belgische Außenministerium, das fünf Visa für einen Tag ausgestellt hat – ausschließlich für Belgien gültig. Dennoch gibt es kaum Informationen über den genauen Zeitpunkt oder Ablauf des Treffens.
Laut Markus Lammert, Sprecher des EU-Innenkommissars Magnus Brunner, handelt es sich um ein technisches Treffen auf Verwaltungsebene. Die Initiative stammt vor allem von jenen EU-Staaten, die abgeschobene Straftäter nach Afghanistan zurückführen wollen. Wie Medien berichten, sind weder Politiker noch hochrangige Beamte anwesend.
Schwedens Migrationsminister Johan Forssell betonte, es handle sich um einen Austausch, um Möglichkeiten für Rückführungen auszuloten. Gleichzeitig unterstreicht die EU-Kommission, dass dieses Treffen keine Anerkennung des Taliban-Regimes bedeute. Abschiebungen sollen nur Personen betreffen, die alle Asylverfahren durchlaufen haben und keinen Schutzstatus erhalten.
Trotz dieser Klarstellungen gibt es deutliche Kritik von Menschenrechtsorganisationen und politischen Oppositionsparteien. "EU-Länder untergraben ihre Glaubwürdigkeit, wenn sie einerseits Missstände der Taliban verurteilen und andererseits mit ihnen kooperieren, um Afghanen abzuschieben", erklärte Fereshta Abbasi von Human Rights Watch.