20 Festnahmen an Grenze

Zu kurze Bärte: Taliban geben Helfern 30 Tage Frist

Nach Festnahmen wegen angeblich zu kurzer Bärte setzen die Taliban Hilfsorganisationen in Afghanistan nun eine Frist von einem Monat.
Nick Wolfinger
23.06.2026, 11:36
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Die Sittenpolizei der in Afghanistan regierenden Taliban hat rund 20 Mitarbeiter von Hilfsorganisationen festgenommen, weil ihr Bart nicht der gesetzlich vorgeschriebenen Länge entsprach.

Die Männer wurden am Samstag am Grenzübergang Islam Qala festgenommen. Dort arbeiten mehrere Organisationen, die mit den Vereinten Nationen (UNO) zusammenarbeiten und Rückkehrer aus dem Nachbarland Iran betreuen.

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Festnahmen wegen kurzer Bärte

Nach der Festnahme wurden die Männer in die Region Kohsan gebracht. Mehrere Betroffene kamen noch am selben Tag wieder auf freien Fuß. Die übrigen wurden einen Tag später freigelassen.

Das afghanische Ministerium für die Verbreitung der Tugend und die Verhinderung des Lasters wollte den Vorfall nicht kommentieren. Der Leiter der Sittenpolizei in der Provinz Herat bestritt zwar die Festnahme der Helfer, räumte jedoch ein, dass fünf Regierungsmitarbeiter wegen ihrer zu kurzen Bärte angehalten worden seien.

Taliban stellen "Bart-Ultimatum"

Den Mitarbeitern wurde nun ein Monat Zeit gegeben, sich ausreichend lange Bärte wachsen zu lassen. Danach droht Betroffenen der Ausschluss vom wichtigen Grenz- und Aufnahmezentrum Islam Qala. Die Taliban schreiben seit ihrer Machtübernahme 2021 vor, dass der Bart erwachsener Männer länger als eine Faust sein muss.

Herat gilt als wichtigstes Einfallstor für Tausende Afghanen, die jede Woche aus dem Iran in ihre Heimat zurückkehren. Im Grenzort Islam Qala sind zahlreiche Hilfsorganisationen tätig. Sie kümmern sich um die Registrierung der Ankommenden, organisieren Transporte und leisten Nothilfe für Familien.

Immer strengere Regeln

Das strenge Vorgehen wegen zu kurzer Bärte ist Teil einer allgemeinen Verschärfung der sozialen Vorschriften in der westafghanischen Provinz Herat. In den vergangenen Monaten haben die Behörden die Kontrolle von Kleidungs- und Verhaltensregeln deutlich intensiviert.

Immer wieder gibt es Berichte über Festnahmen von Frauen und Mädchen, denen Verstöße gegen die strengen Bekleidungsvorschriften vorgeworfen werden.

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