Stöcke, Peitschen, Schusswaffe

Tote bei Protesten gegen Taliban-Kleiderregeln

Bei einer seltenen Protestaktion in Herat in Afghanistan wurden laut Medienberichten zwei Menschen getötet und mehrere verletzt.
Newsdesk Heute
10.06.2026, 09:14
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In der westafghanischen Stadt Herat ist es zu einer seltenen Protestaktion gekommen, nachdem Frauen wegen angeblich falscher Kleidung festgenommen worden waren. Dabei griff die Taliban-Polizei laut Augenzeugen zu scharfer Munition, um die Demonstration aufzulösen.

Mediziner berichteten, dass bei dem Protest zwei Menschen ums Leben kamen. Wie genau die Todesfälle zustande kamen, ist jedoch unklar. Neben den Todesopfern gab es mehrere Verletzte, sowohl unter Männern als auch unter Frauen, die sich an der Kundgebung beteiligt hatten.

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Die Polizei hat in Herat den Einsatz bestätigt, allerdings Todesfälle bestritten. Die Behörden erklärten, man habe Maßnahmen ergriffen, um die öffentliche Ordnung zu wahren. Über die genaue Vorgehensweise der Sicherheitskräfte gibt es widersprüchliche Angaben: Während Augenzeugen von Schüssen berichten, hat die Polizei diese Vorwürfe nicht bestätigt.

Schüsse und Gewalt gegen Demonstrierende

Ein Demonstrant sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, die Sicherheitskräfte hätten Stöcke, Peitschen und Schusswaffen eingesetzt. Es seien sogar Schüsse in die Luft abgegeben worden, um die Menge auseinanderzutreiben. Auch ein Fotograf schilderte, er habe gesehen, wie Demonstrierende geschlagen und in Richtung der Protestierenden geschossen worden sei. Diese Angaben können jedoch nicht unabhängig geprüft werden.

Frauen in Afghanistan
www.istockphoto.com

In sozialen Medien kursieren Videos, auf denen deutlich Schüsse zu hören sind. Frauen sind darin zu hören, wie sie rufen: 'Schlagt sie nicht!' Laut der Polizei hätten Demonstrierende die öffentliche Ordnung gestört und unter dem Vorwand des Protests Spannungen erzeugt. In einigen Aufnahmen forderten die Protestierenden 'Bildung, Arbeit, Freiheit'.

Strenge Regeln für Frauen seit Taliban-Machtübernahme

Seit die Taliban im August 2021 wieder die Macht übernommen haben, sind Proteste - vor allem von Frauen - in Afghanistan selten geworden. Viele Frauen berichten, dass sie aus Angst vor Gewalt und Repressalien der Behörden von weiteren Demonstrationen absehen.

Hijab ist verpflichtend
www.istockphoto.com

Das Tragen eines Hijabs ist für Frauen seit Mai 2022 verpflichtend. Die jüngste Verschärfung in Herat wurde erst am Freitag angekündigt. Laut mehreren Augenzeugen wurden seit Samstag Frauen festgenommen, die den Hijab angeblich nicht korrekt getragen hatten. Die Märkte seien seither wie ausgestorben, berichten Betroffene.

Beamte der sogenannten Sittenpolizei sollen gezielt Autos und Rikschas auf Frauen mit angeblich falscher Kleidung kontrolliert haben. Die Stadtverwaltung widerspricht allerdings Berichten über Dutzende Festnahmen und spricht von Gerüchten.

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