Justizskandal aufgearbeitet

Frau wird nach ihrer Hinrichtung jetzt begnadigt

Die letzte in Großbritannien hingerichtete Frau, Ruth Ellis, wurde mehr als 70 Jahre nach ihrer Exekution posthum begnadigt.
Newsdesk Heute
09.07.2026, 06:26
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Ruth Ellis wurde im Juli 1955 im Alter von 28 Jahren hingerichtet, nachdem sie ihren gewalttätigen Lebensgefährten David Blakely vor einem Pub in London erschossen hatte.

Die Tat folgte auf massive Misshandlungen durch Blakely, der Ellis – damals schwanger – kurz zuvor einen Schlag in den Bauch versetzte. Infolge dieser Attacke verlor sie ihr ungeborenes Kind.

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Das damalige Verfahren sorgte für viel Kritik: Die Geschworenen verurteilten Ellis nach nur zwanzig Minuten Beratung zum Tode. Die Richterin wies die Geschworenen ausdrücklich an, die Misshandlungen, die Ellis als Motiv anführte, bei ihrer Entscheidung nicht zu berücksichtigen.

Wie t-online unter Berufung auf die BBC berichtet, wurde Ellis nun von der britischen Regierung posthum begnadigt. Justizminister David Lammy erklärte im Parlament, dass mit dieser Entscheidung eine schwere Ungerechtigkeit anerkannt werde.

2025 wurde "A Cruel Love : The Ruth Ellis Story" sogar verfilmt. Die Hauptrolle spielte Lucy Boynton.
IMAGO/Cover-Images

Familie kämpfte lange für Gerechtigkeit

Die Hinrichtung von Ruth Ellis löste damals in Großbritannien eine Welle der Empörung aus und führte zu einer gesellschaftlichen Debatte über die Todesstrafe. Bereits 1957 wurde die Möglichkeit eingeführt, bei verminderter Schuldfähigkeit eine mildere Strafe zu verhängen. Die Todesstrafe wurde 1973 in Großbritannien endgültig abgeschafft.

Ellis’ Familie setzte sich jahrzehntelang für die Aufhebung des Urteils ein. Sie argumentierten, dass Ruth Ellis ein Opfer von Gewalt war und vor der Tat sowohl körperlich als auch seelisch von ihrem Partner misshandelt wurde.

„Gerechtigkeit für unsere Großmutter“

„Heute hat unsere Großmutter endlich Gerechtigkeit erfahren“, sagte Ellis’ Enkelin Laura Enston nach der Entscheidung. Die Begnadigung könne zwar das Geschehene nicht ungeschehen machen, bekräftige aber offiziell, dass Ruth Ellis nie hätte hingerichtet werden dürfen.

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