Für Fans der schwedischen Automarke Saab ist es ein emotionaler Moment: Die allerletzten Fahrzeuge, die noch auf dem ehemaligen Werksgelände in Trollhättan standen, werden nun versteigert. Damit endet eine Ära, die vor 75 Jahren begann.
Der erste serienmäßig gebaute Saab rollte am 12. Dezember 1949 in Trollhättan vom Band. In den folgenden Jahrzehnten entstanden dort mehrere Millionen Fahrzeuge, zu Spitzenzeiten arbeiteten rund 10.000 Menschen im Werk.
Wie chip.de berichtet, kommen nun sieben Fahrzeuge unter den Hammer. Nach der Insolvenz von Saab hatte Nevs 2012 den Standort übernommen und dort elektrische sowie autonome Fahrzeugkonzepte weiterentwickelt.
Besonders interessant für Sammler sind drei Saab 9-3 Aero aus dem Modelljahr 2014. Wegen ihrer niedrigen Fahrgestellnummern gelten sie als einige der letzten seriennahen Saab-Fahrzeuge überhaupt. Alle drei sind Vorserienfahrzeuge mit Benzinmotor.
Dazu kommen mehrere Entwicklungsfahrzeuge aus der Nevs-Zeit: ein Elektro-Prototyp mit Radnabenmotoren, bei dem der Antrieb direkt in den Rädern sitzt, sowie ein getarnter Prototyp mit Range Extender und ein Testfahrzeug für autonomes Fahren.
Die Auktionen starteten am 21. Mai auf Klaravik.se und endeten am 30. Mai mit einer öffentlichen Abschlussveranstaltung im Werk. Alle sieben Autos werden ohne Mindestpreis versteigert - das Startgebot liegt bei 0 schwedischen Kronen.
Günstig dürften die Fahrzeuge trotzdem nicht bleiben: Für Sammler geht es nicht nur um seltene Autos, sondern um ein Stück schwedische Industriegeschichte.