Alarmierende Studie

Saharastaub über Europa nimmt stark zu

Eine neue Studie zeigt: Die Belastung durch feinen Wüstenstaub aus der Sahara steigt in Europa deutlich an. Besonders Südeuropa ist betroffen.
Technik Heute
16.07.2026, 16:07
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Die Menge an Saharastaub, die Europa erreicht, hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Das zeigt eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung. Besonders betroffen sind Italien, die Adriaregion und die Ägäis, wo die Belastung durch feine Staubpartikel etwa 2,5-mal höher liegt als im Rest des Kontinents.

Die täglichen Werte für Feinstaub (PM10) liegen in Südeuropa bei durchschnittlich 5,3 Mikrogramm pro Kubikmeter. In Nord- und Mitteleuropa sind es hingegen nur rund 2,1 Mikrogramm. Im untersuchten Zeitraum stieg die Staubmenge um etwa 0,5 Mikrogramm pro Kubikmeter an; in Italien und der Adriaregion sogar um 0,7 Mikrogramm.

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"Das entspricht einer Zunahme von 10 bis 25 Prozent dieser Staubbelastung", wird Studienleiter Dällenbach zitiert, wie Der Spiegel berichtet. Sowohl für Solaranlagen als auch für die Gesundheit sei das nicht zu vernachlässigen. Die Stürme, die den Staub transportieren, seien nicht häufiger geworden, aber intensiver.

Gesundheitliche Folgen vor allem für Kinder

Die Forscher schätzten auch die gesundheitlichen Auswirkungen ab. Die kurzfristige Sterblichkeit durch Herzinfarkte und Atemprobleme steige bei solchen Staubereignissen um 0,67 Prozent. Die Zahl der Spitalseinweisungen wegen Atembeschwerden nehme bei Menschen ab 15 Jahren um 0,73 Prozent zu.

Besonders alarmierend: Bei Kindern unter 15 Jahren liegt die Zunahme der Hospitalisierungen bei fast 2,5 Prozent. Dies unterstreiche die Folgen für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen, so die Wissenschaftler.

Klimawandel als mögliche Ursache

Als Ursachen für den Trend nennen die Forscher die zunehmende Austrocknung der Sahara und vermehrte Luftströmungen aus dieser Region nach Europa. Ob der menschengemachte Klimawandel diese Entwicklung mitverursacht hat, sei noch nicht abschließend geklärt.

"Unser derzeitiges Verständnis legt jedoch nahe, dass die Zunahme des Wüstenstaubs durch die Treibhausgasemissionen des Menschen und die damit verbundene Klimaerwärmung zumindest begünstigt wird", erklärt Studienleiter Dällenbach. Dadurch werde es in bestimmten Regionen trockener, und die Wüsten breiteten sich aus.

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