Salzburger Kantersieg

"Zu soft" – Herzog zerlegt Rapid nach 1:5-Pleite

Nach Rapids bitterer 1:5-Abfuhr in Salzburg fallen die Worte deutlich aus. Sky-Experte Andreas Herzog vermisst Härte, die Wiener üben Selbstkritik.
Sport Heute
03.09.2026, 07:02
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

"Rapid war zu soft in den Zweikämpfen und hat bitteres Lehrgeld gezahlt", analysierte Andreas Herzog nach dem Debakel. Rapid ging im fünften Ligaspiel mit der ersten Saisonniederlage bei Red Bull Salzburg 1:5 (0:3) unter. Der Sky-Experte sah trotz spielerisch guter Phasen vor allem in der Arbeit gegen den Ball ein großes Problem: "Mit der Defensiv-Leistung wirst du nicht lange vorne mitspielen."

Ähnlich deutlich wurde Abwehrchef Nenad Cvetkovic. "Der Frust ist sehr groß. Wir haben viel mehr erwartet von diesem Spiel", sagte der Serbe. Salzburg habe die Fehler der Wiener gnadenlos ausgenutzt. Sein Hauptkritikpunkt: "Wir haben zu wenige Zweikämpfe gewonnen." Nun gehe es darum, nach dem ersten Liga-Dämpfer eine Reaktion zu zeigen: "Jetzt gilt es, Charakter zu zeigen."

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Auch Kapitän Matthias Seidl nahm seine Mannschaft in die Pflicht. "Wir haben es nicht gut verteidigt. Unser Pressing hat nicht gut funktioniert. Wir waren immer einen Schritt zu spät", erklärte der Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:4. Rapid sei im Zentrum zu offen gewesen, dazu habe in der Offensive die letzte Konsequenz gefehlt. Sein Fazit: Salzburg ging "als verdienter Sieger vom Platz".

Trainer Johannes Hoff Thorup wollte ebenfalls nichts beschönigen. "Es war insgesamt viel zu wenig von uns", sagte der Däne. Seine "Headline des Spiels" lautete: Defensivarbeit. Rapid habe zu viele Räume angeboten und sei sowohl vorne als auch hinten nicht griffig genug gewesen. "Es war die erste richtige Niederlage, eine schwere Niederlage."

Auf die Frage nach möglicher Verstärkung für das defensive Mittelfeld verwies Hoff Thorup gleichzeitig auf die finanziellen Grenzen des Klubs. "Wir haben keinen Geldautomaten und nicht die großen Möglichkeiten, uns viel zu bewegen." Das 1:5 habe aber sehr wohl gezeigt, "dass da Verbesserungspotenzial ist". Vor allem gegen den Ball müsse Rapid ansetzen. Im Mittelfeld-Zentrum agierten mit Seidl und Nicolas Bajlicz zwei Spieler, deren Stärken klar im Spiel mit dem Ball liegen. Gegen Salzburgs Abubakr Barry und Bartosz Mazurek wurden ihnen in der Rückwärtsbewegung die Grenzen aufgezeigt.

Auf Salzburger Seite fiel das Urteil naturgemäß freundlicher aus. Trainer Danny Röhl sprach von einer "brutalen Effizienz" seiner Mannschaft, schränkte angesichts der ausgeglichenen Statistiken aber ein: "Verdienter Sieg, aber das eine oder andere Tor zu hoch." Rapid hatte beim Ballbesitz ein 50:50 und sogar mehr Abschlüsse, brachte davon aber nur vier aufs Tor.

Die Statistik

Salzburg – Rapid 5:1 (3:0)

Ballbesitz 50:50 Prozent

Schüsse 16:17

Torschüsse 9:4

Ecken 2:6

Zweikämpfe 52:40

Doppelpacker Haris Tabakovic schwärmte von der Leistung der "Bullen", zollte dem Gegner aber ebenfalls Respekt. "Rapid war echt auch gut, sie haben gute Kicker drin." Der Ex-Austrianer sorgte mit seinen beiden frühen Treffern maßgeblich dafür, dass die Partie schon nach 21 Minuten beinahe entschieden war.

Salzburg-Kapitän Nikolas Veratschnig brachte den Abend aus Sicht der Hausherren auf einen einfachen Nenner: "Heute hat alles geklappt." Für Rapid hingegen steht nach dem makellosen Liga-Start und dem Europacup-Aus gegen Hearts innerhalb kurzer Zeit der nächste schwere Dämpfer zu Buche. Am Samstag wartet im Cup bei Austria Klagenfurt bereits die nächste Gelegenheit zur Reaktion.

Alles zur Bundesliga im "Heute"-Datencenter.

{title && {title} } red, {title && {title} } 03.09.2026, 07:02