Die "Sansibar" in der sogenannten "Sunken City" ist am Mittwoch ein Raub der Flammen geworden. Das beliebte Lokal wurde völlig vernichtet, liegt in Schutt und Asche. Die Ermittler stehen unterdessen noch am Anfang, die Brandursache ist unklar. Und trotzdem: Noch während die letzten Rauchschwaden über die Donauinsel zogen, wurden in sozialen Netzwerken erste Spekulationen über Brandstiftung laut.
Der Grund: Es ist nicht das erste Mal, dass im Vergnügungsbereich auf der Donauinsel eine Immobilie unter mysteriösen Umständen niederbrennt. Die Serie begann 2004, als das Schuh-Ski-Gebäude auf der Copa Cagrana vernichtet wurde. Bei den Ermittlungen zeigte sich, dass das Feuer an einem Gang zwischen dem leerstehenden Sportgeschäft und einem benachbarten Lokal ausgebrochen war.
Die Polizei vermutete eine Brandstiftung mit Benzin und verdächtigte den Betreiber des Lokals, seinen Bruder sowie einen Bekannten. Zu einer Anklage kam es allerdings nicht.
In den darauffolgenden Jahren musste die Feuerwehr mehrmals zur "Sunken City" und dem gegenüberliegenden "Copa Beach" ausrücken, etwa im Jänner 2017. Immer wieder im Fokus der Ermittler stand auch der ehemalige Copa-Generalpächter.
Mindestens viermal brannte es laut "Kurier" an Orten, an denen er etwas gepachtet hatte, darunter das Eventschiff Bohu Verde am Donaukanal. Der Unternehmer, der im März wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung vor Gericht stand, hatte jedes Mal ein lupenreines Alibi.
Im Fall "Sansibar" wird derzeit in alle Richtungen ermittelt. Hinweise könnte Material aus Überwachungskameras liefern, welche die Lokalbetreiber wegen Diebstählen in der "Sunken City" installiert hatten. Unklar ist nicht nur die Ursache der Flammen, sondern auch, warum sich das Feuer binnen weniger Minuten derart stark ausbreiten konnte. Der Abtransport der Ruine dürfte noch Wochen dauern.