Der offenkundige Boykott von Cristiano Ronaldo bei seinem Klub, Al-Nassr, hat den Verantwortlichen in Saudi-Arabien so gar nicht geschmeckt. Das sonst so gut behütete Verhältnis zwischen dem Superstar und dem Wüsten-Staat bekam erste Risse. Und jetzt? Jetzt legten die Verantwortlichen der Saudi-Pro League nach, schießen offen gegen das Aushängeschild der Liga und machen den Streit öffentlich.
"Kein Einzelner, wie bedeutend er auch sein mag", dürfe sich in seinen Entscheidungen über seinen Verein erheben, sagte ein Sprecher der Liga dem britischen Rundfunk BBC. Worte, die deutlich machen, dass auch der Einflussbereich von Superstar Cristiano Ronaldo Grenzen hat. Die Aussagen sind insofern beachtlich, wenn man betrachtet, dass der Portugiese seit seiner Ankunft einen Sonderstatus innehatte – unter anderem sogar mit dem Kronprinzen zu US-Präsident Donald Trump reiste.
"Entscheidungen über Spielerverpflichtungen, Ausgaben und Strategie liegen in der Verantwortung der Vereine und erfolgen innerhalb eines Finanzrahmens, der Nachhaltigkeit und Wettbewerbsgleichgewicht gewährleisten soll. Dieser Rahmen gilt ligaweit gleichermaßen", teilte der Ligasprecher weiter mit. Die jüngsten Transferaktivitäten spiegelten die Unabhängigkeit der Klubs wider.
Zur Erinnerung: Dem Superstar, wurde sein Wunsch nach Neuverpflichtungen im Winter, im Kampf um seinen ersten Titel nicht gewährt – der direkte Konkurrent und Tabellenführer Al Hilal hingegen bekam hingegen namhafte Verstärkung, seinen Kumpel Karim Benzema. Al-Nassr und Rekordmeister Al-Hilal werden beide vom saudischen Staatsfonds kontrolliert – und Ronaldo fühlt sich klar benachteiligt.
Ronaldo war am Montag nicht in den Kader von Al-Nassr für das Spiel der Saudi Pro League bei Al-Riyadh (1:0) berufen worden. Laut der portugiesischen Zeitung A Bola hatte er sich geweigert zu spielen, da er mit der Führung des Vereins durch den saudischen Staatsfonds PIF unzufrieden sei. Von einem "Streik" war die Rede.