Die nächtliche Sauf-Tour von Führungsspielern des österreichischen Eishockey-Nationalteams vor dem wichtigen Viertelfinal-Playoff-Spiel gegen Slowenien wird Konsequenzen haben. In welchem Umfang, ließ ÖEHV-Teamchef Manny Viveiros am Mittwoch offen. Er zeigte sich aber tief geschockt. Mit Tränen in den Augen entschuldigte sich Viveiros bei den österreichischen Fans. Betroffen reagierte auch das ÖOC und die Spitze des Eishockeyverbands.
Die vor dem wichtigen Viertelfinal-Playoff-Spiel gegen Slowenien wird Konsequenzen haben. In welchem Umfang, ließ ÖEHV-Teamchef Manny Viveiros am Mittwoch offen. Er zeigte sich aber tief geschockt. Mit Tränen in den Augen entschuldigte sich Viveiros bei den österreichischen Fans. Betroffen reagierte auch das ÖOC und die Spitze des Eishockeyverbands.
"Zuerst muss ich sagen, dass ich mich bei unseren österreichischen Eishockey-Fans entschuldige. Ich bin sehr enttäuscht, was in den letzten zwei Tagen passiert ist. Ich war wirklich überrascht. Es war ein Schock, was nach dem Spiel gegen Norwegen passiert ist", sagte Viveiros. .
Er habe keine Antwort, warum das passiert sei, noch dazu "vor unserem wahrscheinlich wichtigsten Spiel in der modernen Geschichte des österreichischen Eishockey. Es tut mir sehr leid für unsere Fans in Österreich", erklärte der Austro-Kanadier, der auch Konsequenzen ankündigte. "Wir haben eine Chance gehabt, das Viertelfinale zu erreichen", erklärte Viveiros und war den Tränen nahe. "Es gibt sicher Konsequenzen, wir werden das in den nächsten paar Tagen in Ruhe diskutieren."
"Ich bin geschockt"
Viveiros habe nichts von dem Trip seiner Mannschaft, der nach dem Besuch im Österreich-Haus noch in einen Club im Herzen Krasnaja Poljanas geführt hat, gewusst. "Ich habe keine Ahnung gehabt. Ich war geschockt. Wir wissen, die Spieler waren hier, um etwas zu essen. Aber es war geplant, dass sie direkt danach nach Hause fahren."
Vorwürfe, dass niemand aus dem Betreuerstab die Mannschaft für den Ausflug u.a. ins Österreich-Haus begleitet habe, wollte Viveiros nicht gelten lassen. "Das sind Profi-Spieler, die verdienen damit Geld, es ist ihr Leben. Deswegen bin ich unter Schock. Das letzte Mal waren wir vor zwölf Jahren bei Olympia. Deshalb habe ich nicht eine Sekunde daran gedacht, das so etwas passiert."
Weitere "Säufer" werden gesucht
Noch ist nicht restlos geklärt, wie viele Spieler an der Aktion beteiligt waren, das soll in den nächsten Tagen intern geklärt werden. "Wir werden die Namen in eine paar Tagen nennen", versprach Viveiros und meinte am Ende: "Wir dachten wir müssen unsere Mannschaft vor so einem wichtigen Spiel nicht babysitten. Ich habe eigentlich nicht eine Sekunde Angst gehabt, dass die Spieler unterwegs sein könnten."
"Vanek als Kapitän daneben gegangen"
Bei dem offiziellen Abendessen waren auch Funktionäre dabei, die nicht dafür gesorgt haben, dass das Team gemeinsam nach Hause fährt. Verbandspräsident Dieter Kalt sprach am Mittwoch davon, dass Viveiros seiner Mannschaft, die in den Bergen Biathlon zuschauen wollte, vertraute und das Team den Bus um 23.00 Uhr nach Hause nehmen müsse. "Er hat auch den Vanek als Kapitän gewählt, damit er einen erfahrenen Spieler hat und das ist halt, wie man sieht, ein bisserl daneben gegangen", sagte der ÖEHV-Chef.
"Wir wollen jetzt keine Schüsse aus der Hüfte machen, sondern das ganze emotionslos betrachten. Es war für mich persönlich genauso ein Tiefschlag, das mitzuerleben, eine Jahrhundertchance zu vergeben oder in Frage zu stellen."
"Wir sind keine Kindermädchen"
ÖOC-Präsident Karl Stoss äußerte am Mittwoch ebenfalls kein Verständnis für den nächtlichen Ausflug mit fatalen Konsequenzen für Österreichs Eishockey-Team, sagte aber: "Ich möchte mal eines klarstellen: Wir sind nicht Kindermädchen von erwachsenen Menschen. Und das sind absolute Vollprofis, die sich ja heute auch schriftlich entschuldigt haben für ihr Vorgehen, was sie ja selbst als höchst unprofessionell empfunden haben im Nachhinein."
Stoss zeigte sich sehr enttäuscht über den Vorfall. "Es ist absolut inakzeptabel so etwas, wenn man vor dem wichtigsten Spiel überhaupt, glaube ich, für das österreichische Team steht, und sei es erst einen Tag später, dann hat man diesen Tag eben auch noch sehr gesittet ablaufen zu lassen. Was man nachher tut, das sei dahingestellt."