Wohnen

Saugroboter fotografiert Frau am Klo – Bilder im Netz

Obwohl der kleine Haushaltshelfer recht unscheinbar im Haus seine Runden dreht, sollte man aufpassen – es könnte jemand zusehen.

Sabine Primes
Der Saugroboter ist bereits in vielen Haushalten fixes Mitglied. 
Der Saugroboter ist bereits in vielen Haushalten fixes Mitglied. 
Getty Images/iStockphoto

Saugroboter sind durchaus hilfreiche Haushaltshilfen: Mit ihren eingebauten Kameras können sie Bodenlurch und Brösel selbstständig beseitigen und Hindernisse umfahren. Dafür nehmen sie ihre Umgebung auf und laden die Bilder in eine Cloud. Schon mal daran gedacht, dass nicht nur deine Möbel, sondern auch du auf diesen Bildern drauf sein könntest – möglicherweise in "sehr privaten" Situationen?

In private Social-Media-Gruppen gepostet

Genau das ist 2020 einer Frau aus Venezuela passiert, wie MIT Technology Review berichtet. Der Saugroboter Roomba J7 von der Firma iRobot, dem weltweit größten Anbieter von Staubsaugerrobotern, filmte die junge Frau als sie auf der Toilette saß. Zum Pech für die Frau handelte es sich bei dem Gerät um eine Entwicklerversion, dessen Bilder an das Unternehmen Scale AI geschickt wurden, wo Menschen die Bilder händisch auswerteten, um die künstliche Intelligenz der Geräte zu verbessern. Leider Gottes blieben die Bilder aber nicht bei Scale AI, sondern wurden in private Social-Media-Gruppen weitergepostet. Ein klarer Vertragsbruch seitens Scale AI. Denn im Vorfeld seien Datenschutzvereinbarungen getroffen worden, die eben solche Situationen verhindern sollten. iRobot hat die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen mittlerweile beendet.

iRobot trifft keine Schuld

iRobot ist dafür jedoch nicht hatbar zu machen, denn alle Tester hatten im Vorfeld schriftlich eingewilligt, dass Aufnahmen der Umgebung zu Trainingszwecken an Scale AI übermittelt werden. Laut iRobot waren die Geräte mit einem hellgrünen Aufkleber mit der Aufschrift "Videoaufzeichnung läuft" versehen, und es oblag den bezahlten Datensammlern, "alles, was sie für sensibel halten, aus dem Raum zu entfernen, in dem der Roboter arbeitet – einschließlich Kinder".

Obwohl der kleine Haushaltshelfer recht unscheinbar seine Runden im Haus dreht, sollte man aufpassen, rät Jessica Vitak, Informationswissenschaftlerin und Professorin am Fachbereich Kommunikation und am College of Information Studies der University of Maryland. "Es ist viel einfacher für mich, einen süßen kleinen Staubsauger zu akzeptieren, der sich durch meinen Raum bewegt, als jemanden, der mit einer Kamera durch mein Haus läuft." Deshalb merke: Wenn ein Gerät über eine Kamera und Internetverbindung verfügt, sollte man davon ausgehen, dass jemand zusehen könnte. 

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