Ruhig, aber erfolgreich! 1999 löste Thomas Schaaf (48) Otto Rehagel als Trainer von Werder Bremen ab. Seitdem gewann er die deutsche Meisterschaft, wurde drei Mal Cupsieger und stand im UEFA-Cup-Finale. Vor dem morgigen Europa-League-Hit gegen die Austria sprach er mit Heute.
Sie spielten 1989 gegen die Austria. Wie stark ist die jetzige Elf?
Die Austria spielt guten Fußball, funktioniert als Team. Nur zwei Liga-Pleiten zeigen das. Gegen uns muss sie aber punkten.
Geht der verletzte Jun ab?
Sein Fehlen ist ein Verlust. Jun traf zuletzt oft, er hat Qualität.
Kann Bremen dasselbe Schicksal wie der HSV in Wien erleiden?
Das schließ ich aus. Der HSV wollte das Spiel ruhig gestalten und war von der aktiven Rapid überrascht. Dann ging nix mehr.
Hat Sebastian Prödl das Zeug zum Top-Verteidiger?
Im Zentrum hat er große Qualität. Ich glaube, er kann besondere Dinge erreichen. Er hat sich verbessert, ist jung und sehr ehrgeizig. Noch ist er verletzt, wir müssen ihn bremsen.
Sie eliminierten Andi Herzog.
Das war nichts Persönliches. Andi und ich sehen uns, wenn seine Frau in Bremen ist.
Auch Martin Harnik fiel bei Ihnen durch.
Noch nicht. Mit dem Leihgeschäft zu Düsseldorf haben wir ihm verdeutlicht, dass wir mehr von ihm erwarten. Martin ist abgegangen wie eine Rakete. Das war alles nicht leicht für ihn.
13 Spiele unbesiegt, 619 Minuten ohne Gegentor: Werder glänzt! Spielt ihr heuer um den Liga-Titel mit?
Das versuchen wir doch jedes Jahr. Letzte Saison war durchwachsen. Heuer wollen wir uns oben festsetzen, das klappt bisher.
Bremen spielt heuer defensiver.
Falsch. Wir kriegen nur weniger Tore. 95 Prozent aller Fußballer auf der Welt wollen kombinieren, stürmen, Tore schießen. Diese Neigung forciere ich - das ist der ,Werder-Stil.
Sie sind seit 1999 Coach in Bremen. Peilen Sie die 23 Jahre von Alex Ferguson bei Manchester an?
Aber nein. Ferguson ist einzigartig. Da kann ich nicht mit.
Martin Huber