Schade! Thiem schrammt an Sensation vorbei

Dominic Thiem hat am Freitagabend mit einer sensationellen Leistung bewiesen, warum er seit Jahren als Riesentalent gilt. Wohl selten hat eine knappe Niederlage eines Österreichers so viel Hoffnungen für die Zukunft geweckt. Der 20-jährige Niederösterreicher zeigte im Viertelfinale der Erste Bank Open vor 7.700 Zuschauern sein bisher bestes Tennis und musste sich erst nach 2:14 Stunden mit 4:6,6:3,6:7(3) geschlagen geben.

"Es war ein sehr geiles Match. Aber jetzt gerade ist eine ziemliche Leere in meinem Kopf", meinte Thiem noch vor seinem Doppel-Einsatz, den er am Abend noch absolvieren musste. Die Stimmung auf dem Center Court war für den Youngster allerdings sensationell. "Das war fast Davis-Cup-Stimmung. Das Match ist auch gut gelaufen. Ein Tiebreak, speziell im dritten Satz, das kann jeder gewinnen. Da zählt nur Glück und Pech, diesmal war er ein bisserl der Glücklichere."

Thiem von Kulisse unbeeindruckt

Thiem zeigte sich von Beginn weg völlig unbeeindruckt von der Kulisse, vom Gegner und der tollen Atmosphäre. Der 20-Jährige überraschte wohl nicht nur die Zuseher, sondern auch seinen Gegner mit enorm schnellen Schlägen von der Grundlinie und einer Abgebrühtheit, die man sich in seinem ersten Match gegen einen Top-Ten-Mann nicht hätte erwarten können.

Drei Break-Bälle nicht genutzt

Nicht nur von seiner Vorhand, sondern auch von seiner lehrbuchmäßigen, einhändigen Rückhand vermochte Thiem zu punkten. Bei 3:2 wurde es erstmals richtig laut in der Stadthalle, als der Weltranglisten-149. gegen die Nummer 8 der Welt bei 0:40 gleich drei Breakbälle vorfand. Doch Tsonga vermied das Break, während der Franzose selbst in der Folge seinen ersten Breakball zum 5:4 nützte. Zu null servierte Tsonga den ersten Satz aus.

Thiem holt den 2. Satz

Wer erwartet hätte, dass das Match nun endgültig zugunsten des diesjährigen French-Open-Halbfinalisten verläuft, wurde eines Besseren belehrt. Thiem hielt weiter mehr als mit, war ebenbürtig mit Tsonga und fand auch im sechsten Spiel des zweiten Durchgangs vier Breakbälle vor. Doch erst zum 5:3 sollte es dem Schützling von Günter Bresnik, der diese Woche in Stockholm weilt, gelingen, endlich und verdient den Aufschlag des Wien-Siegers von 2011 zu durchbrechen. Danach gelang es Thiem tatsächlich, im ersten Match gegen so einen Weltklassemann den Satzgleichstand herzustellen.

Knappe Niederlage im Tie-Break

Satz drei sollte die Spannung in der Halle, in der eine Atmosphäre herrschte, wie man sie zuletzt wohl bei Thomas Musters Comeback vor drei Jahren in der Stadthalle gesehen hat, weiter steigen. Ohne Break ging der Satz ins Tiebreak, Thiem wehrte bei 4:5 sogar einen Matchball ab. Im Tiebreak selbst kam Thiem noch von 0:4 auf 3:4 heran, hatte dann aber das Nachsehen.

Tsonga lobt Thiem

Superstar Tsonga war vorsichtig mit zu großen Lobeshymnen auf Thiem. "Ich wünsche ihm viel Glück und dass er stark bleibt, weil es auf der Tour nicht einfach ist. Man muss sehr viele schwierige Dinge durchleben", sagte der Franzose. Er habe gewusst, dass Thiem über gefährliche Schläge verfügt. "Für ihn waren es perfekte Bedingungen, er hat nichts zu verlieren gehabt."

Rosol und Haas weiter

Die anderen Viertelfinali des Tages haben Siege von Lukas Rosol und Tommy Haas gebracht. Der als Nummer zwei gesetzte Haas, Wien-Sieger 2001, setzte sich im Match zweier "Oldies" gegen Radek Stepanek mit 7:6(10),6:3 durch. Haas war danach froh, den wohl vorentscheidenden ersten Satz gewonnen zu haben. "Ein sehr guter Tiebreak. Da waren richtig gute Punkte dabei. Das war sehr wichtig für mich, den Tiebreak zu gewinnen", sagte Haas. Er trifft nun auf Rosol, Drei-Satz-Sieger über den belgischen Qualifikanten Ruben Bemelmans

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