Gewalt an Frauen

"Schäme mich für uns Männer" – DFB-Goalie mit Klartext

Rene Adler äussert sich zum Fall Christian Ulmen, kritisiert milde Strafen und spricht von einem strukturellen Problem bei sexualisierter Gewalt.
Sport Heute
24.03.2026, 17:28
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Klartext von Ex-DFB-Torhüter Rene Adler! In seiner Instagram-Story teilte der 41-Jährige einen Artikel und schrieb dazu: "Ich bin sprachlos, ernüchtert und desillusioniert, in was für einer kranken Welt meine Tochter geboren wurde. Ich kann nur sagen: Es reicht!" Wie berichtet, bezieht sich Adler dabei auf einen Meinungsbeitrag aus dem "Stern", der die schweren Anschuldigungen von Collien Fernandes gegenüber Ulmen thematisiert. Der Fall sorgt seit Tagen auch außerhalb Deutschlands für große Aufregung.

Im Mittelpunkt steht der Vorwurf, Ulmen habe über Jahre hinweg manipuliertes intimes Bildmaterial von Fernandes im Internet verbreitet. Fernandes spricht sogar von "digitaler Vergewaltigung". Die Moderatorin hat ihre Aussagen eidesstattlich bekräftigt und auch auf Instagram über ihre Erfahrungen berichtet.

René Adler mit deutlicher Botschaft

Rene Adler beließ es nicht bei einem Posting. In einer weiteren Bilderreihe auf Instagram machte er seine Haltung noch klarer. Auf dem ersten Bild ist der Spruch "Protect your daughter" (auf Deutsch: Beschütze deine Tochter) durchgestrichen. Darunter steht die eigentliche Botschaft: "Educate your son" (auf Deutsch: Erziehe deinen Bub).

Noch deutlicher wird Adler auf dem nächsten Bild: "Es ist beschämend! Ich schäme mich für uns Männer!" Der Ex-Profi erklärt außerdem, er kenne "kaum eine Frau, die nicht schon mindestens einmal in ihrem Leben Erfahrung mit sexualisierten Übergriffen oder sexualisierter Gewalt gemacht hat. Und warum? Weil Männer es machen können!"

Für Adler sind die Strafen für Männer "zu milde", Frauen würden "nicht ausreichend geschützt". Er schreibt weiter: "Es ist und bleibt ein strukturelles Problem. Auch wir Männer dürfen es nicht mehr hinnehmen. Es ist unsere Verantwortung, dass sich etwas ändert." Einen konkreten Anlass nennt Adler zwar nicht, doch die zeitliche Nähe und der Bezug auf die Instagram-Story lassen vermuten, dass er auf die Causa Collien Fernandes anspielt. Fernandes hatte im "Spiegel" schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen vorgebracht und ihre Aussagen eidesstattlich bekräftigt.

Demnach soll Ulmen über Jahre hinweg manipuliertes intimes Bildmaterial von Fernandes im Netz verbreitet haben. Laut ihrer eidesstattlichen Erklärung soll er zudem unter ihrem Namen im Internet sexuelle Annäherungen gegenüber Hunderten Männern gemacht haben. Fernandes nennt das "digitale Vergewaltigung".

Auch Adlers Frau meldet sich zu Wort

Christian Ulmen selbst hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Sein Anwalt, der bekannte Promi-Jurist Christian Schertz, spricht in einer Stellungnahme von "unwahren Tatsachen aufgrund einseitiger Schilderung" durch den "Spiegel".

Mittlerweile solidarisieren sich viele Frauen öffentlich mit Collien Fernandes. Auch die Ehefrau von René Adler, Lilli Hollunder, hat sich auf Social Media zu Wort gemeldet: "Ich bin ehrlich. Zuerst war ich komplett sprachlos und auch irgendwie müde von all diesen schrecklichen Nachrichten." Die 39-Jährige sagt weiter, sie sei es leid, "dass Männer immer und immer wieder zu solch schlimmen Taten imstande sind."

Hollunder kann nicht verstehen, dass Gesellschaft, Politik und Gesetze "den Raum für so etwas bieten" und Frauen nicht ausreichend schützen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 24.03.2026, 17:28
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