Scharner: "Ronaldo führte sich wie ein Kleinkind auf"

Paul Scharner blickt zum "40er" mit "Heute" auf seine Karriere zurück - auch auf die Duelle mit dem jungen Cristiano Ronaldo.
Paul Scharner blickt zum "40er" mit "Heute" auf seine Karriere zurück - auch auf die Duelle mit dem jungen Cristiano Ronaldo.Bild: GEPA-pictures.com, imago sportfotodienst
40 Jahre Paul Scharner! Österreichs Fußball-Rebell im "Heute"-Talk über Joachim Löw, Thorsten Fink, Marko Arnautovic und den nicht ganz so schönen Wayne Rooney.
Er regte wie kein Zweiter auf, räumte in der Premier League jeden ab und brachte seine Trainer zur Verzweiflung. Zum morgigen "40er" blickt Paul Scharner mit "Heute" auf die Meilensteine seiner Karriere zurück:

Austria Wien:

Die erste Profistation des Niederösterreichers 1998. Am Verteilerkreis kamen und gingen die Trainer ("Gefühlt hatte ich jeden dritten Monat einen neuen"), der Durchbruch gelang 2002 unter Christoph Daum. "Er machte mich in der Meistersaison zum Stammspieler, sein intensives Training war bahnbrechend." Auf Daum folgte Deutschlands Weltmeister-Trainer von 2014, ­Joachim Löw. "Ich sagte ihm: ‚Grüß Gott, ich bin Paul Scharner und möchte weg.' Ein sehr schwieriger Start." Das Aus kam mit einer verweigerten Einwechslung. "Ich sagte Jogi, dass es nichts bringt, wenn ich rechts spiele, das habe ich nicht gelernt." Der Rausschmiss folgte, der "Fußball-Rebell" war geboren. Sein Ziel war längst der Sprung nach England. "Mein Austria-Kollege Günter Kreissl (heute Sturm-Sportdirektor, Anm.) hatte eine irre Premier-League-Videothek daheim – so kam ich auf den Geschmack."



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Premier League:

Weihnachten 2005 wurde der Traum mit der Unterschrift bei Wigan wahr. "Beim Medizincheck hatte ich einen Blutdruck von 160 zu 120 – ich hatte zuvor unterschrieben. Ich bat, tags darauf noch einmal zu messen. Das war richtig geil." Im Mutterland des Fußballs fand er sein Glück. "Zu Beginn konnte man reinhauen, nichts passierte – die Schiris ließen das Spiel sich entwickeln." Die harte Gangart war wie für ihn gemacht, das bekam auch Cristiano Ronaldo zu spüren. "Er führte sich nach einem Foul, wenn er meinte, es war eines, wie ein Kleinkind auf. Ein Superstar war er damals schon. Aber wäre Wayne Rooney nicht Engländer und ein bisschen schöner, wäre er der noch größere Star."



Deutschland:

Glücklich wurde Scharner 2012 beim Hamburger SV unter dem späteren Austria-Trainer Thorsten Fink nicht. "Er sagte mir nicht, dass er mich nicht wollte, ließ mich in der Schwebe. Mit ihm hatte ich ein persönliches Problem." 2013 kehrte er leihweise zu Wigan zurück – und triumphierte im FA Cup. "Ich hatte eine Klausel mit einer Prämie für den Cup-Sieg – die war super, keiner rechnete damit, wir spielten in der Liga ja gegen den Abstieg." Noch im selben Jahr trat Scharner zurück.



Nationalteam:

2002 debütierte ­Scharner unter Hans Krankl im Team. "Die größte Ehre für mich als Oberpatriot." Vier Jahre später prangerte der "Querdenker", wie er sich selbst nennt, die "unprofessionellen Strukturen" beim ÖFB an – Teamchef Josef Hickersberger schnitt ihn bei der Heim-EURO 2008. Karel Brückner begnadigte ihn, 2012 kam aber der große "Crash". Scharner verließ das Teamcamp, weil ihm Marcel Koller keinen Stammplatz garantierte. Eine Abrechnung gegenüber dem ÖFB und Koller, später wurde der Purgstaller lebenslang für alle Länderspiele gesperrt. Zuvor ließ er Marko Ar­nautovic wissen, dass dieser nur Stroh im Kopf habe. "Marko war schwierig damals, hat sich aber absolut weiterentwickelt. Mit dem Alter wird man gescheiter – das trifft auf ihn zu, aber auch auf mich. Wenn ich jetzt zurückschaue, wäre vielleicht das eine oder andere Mal etwas mehr Diplomatie nicht schlecht gewesen."



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