Nur Dauerregen könnte helfen

"Schaut schlecht aus" – Dürre ist für dieses Essen Gift

Die anhaltende Trockenheit hinterlässt in OÖ deutliche Spuren. Selbst an bekannten Fundstellen von Pilzen herrscht derzeit gähnende Leere.
Oberösterreich Heute
16.08.2026, 10:35
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Wo sich zwischen Moos, Blättern und Ästen normalerweise gelbe Farbtupfer zeigen, bleibt der Waldboden heuer leer. Eierschwammerl sind kaum zu entdecken, auch Parasole und Steinpilze, die bereits Saison hätten, fehlen vielerorts. Für Schwammerlsucher bedeutet das zunehmend leere Körbe.

Selbst bekannte Fundstellen bleiben leer

"Momentan schaut es sehr schlecht aus", wird Pilzexperte Otto Stoik von der ARGE Österreichische Pilzberater in den "OÖN" zitiert. Schuld daran ist die Trockenheit: Dem Pilzmyzel, einem feinen Fadengeflecht im Boden, fehlt die notwendige Feuchtigkeit. "Das ist der eigentliche Pilz", erklärt Stoik. Erst wenn das Myzel ausreichend versorgt ist, können über der Erde Fruchtkörper – also die gesuchten Schwammerl – wachsen.

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Die Pilzberater sind über ganz Österreich verteilt und kontrollieren regelmäßig ihre bekannten Fundplätze. "Wir kennen unsere Stellen. Manchmal findet man ganz vereinzelt noch Pilze, etwa neben Bächen, wo es feucht ist", sagt Stoik. Bleibt es weiterhin trocken, sieht er für das Pilzwachstum kaum Chancen.

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Dauerregen könnte Pilze retten

Schon die Frühlingspilze seien wegen des schneearmen Winters ausgeblieben. Noch ist die Saison aber nicht verloren. "Das Pilzmyzel ist schon sehr widerstandsfähig", betont der Experte. Kommt der ersehnte Niederschlag, könnten bereits nach rund einer Woche wieder erste Pilze aus dem Boden sprießen.

Dafür müsste es allerdings zumindest drei Tage lang kontinuierlich regnen, damit der Waldboden ausreichend befeuchtet wird. Aktuell bekommen die Pilze also etwas Wasser – ob der lang ersehnte Regen und die angekündigten Gewitter am Donnerstag reichen, wird sich aber erst zeigen.

Neue Arten wachsen plötzlich bei uns

Sollten doch wieder mehr Schwammerl wachsen, rät Stoik Sammlern zu besonderer Vorsicht. Pilze sollten nicht mittels App bestimmt werden, da diese zu unverlässlich seien. Bei Unsicherheiten sei es besser, sich an einen Pilzberater zu wenden.

Die Fachleute beobachten übrigens Veränderungen in den heimischen Wäldern: Erste Pilzarten, die bisher eher in Südeuropa vorgekommen sind, wachsen mittlerweile auch bei uns. Wie sich diese Entwicklung fortsetzt, müsse nun beobachtet werden. Einen kleinen Vorteil hat die Flaute zumindest: "Anrufe von der Vergiftungszentrale haben wir aktuell kaum", sagt Stoik.

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