Sport

Schinkels: "Rotwein auf der Trainerbank"

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:49

Burn-out im Profisport! In der Vorwoche schockte der Rücktritt von Schalke-Coach Ralf Rangnick. Jetzt rüttelt das Geständnis von Frenkie Schinkels auf: In der Meister-Saison bei der Austria 2006 trank er Rotwein auf der Trainerbank. Gegenüber "Heute" erzählt er vom Burn-out.

Ich trank als Austria-Coach Rotwein auf der Trainerbank

"Es war keine ganze Flasche, sondern ein Achterl pro Spiel. Mit Torwart-Coach Franz Gruber war alles abgesprochen, er reichte mir die Plastikflasche. Es half mir. Rotwein war mein Antidepressivum."

Ich hatte am Weg ins Horr-Stadion Panikattacken im Auto

"Von St. Pölten bis Wien telefonierte ich durch. Ich war immer am Checken. Auf der Tangente hatte ich dann ein Black-out. Ich war für ein paar Sekunden weg, das Auto steuerte führerlos. Heute danke ich Gott, dass nichts passiert ist. Im Austria- Sekretariat meldete ich den Vorfall. Ich dachte, ich hatte eine Herzattacke. Pressesprecher Christoph Pflug legte mir nasse Tücher auf. Der Notarzt meinte: 'Herr Schinkels, sie sind fit, aber extrem überarbeitet.'"

Ich sperrte mich fünf Tage in meinem Schlafzimmer ein

"Das war der Tiefpunkt. Mein Kopf brannte. Ich hatte Existenzängste und Schweiß-Ausbrüche. Spaghetti oder Schnitzel? Ich wusste keine Antwort. Ich war der arme, kleine Frenkie und wurde offener. Seitdem verstehe ich mich viel besser mit meiner Frau."

Die Austria schickte mich zum Psychologen

"Der Psychiater wollte mit mir im Wald Holz hacken. Ich lehnte dankend ab - und fand meinen eigenen Weg aus der Krise. Spaziergänge in der Natur, das Unwichtige weglassen. Ich bekomme heute 80 Telefonanrufe pro Tag, 70 Mal hebe ich nicht ab. Es geht mir gut."

Martin Huber

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