Monatelang brodelte die Gerüchteküche: Steckt Lena Gerckes Modelabel LeGer wirklich in der Krise?
Laut dem Börsenmagazin "Der Aktionär" soll die Firma 30 Millionen Euro von Modegigant About You als Darlehen erhalten haben – ein vermeintlicher Schuldenberg, der für Aufsehen sorgte.
Doch jetzt spricht die Unternehmerin selbst. "Ich bin eigentlich ein positiv gelassener Mensch. Aber natürlich ärgern mich solche Spekulationen. LeGer war mein erstes Baby, bevor ich meine zwei echten Babys bekommen habe", sagt sie gegenüber "Bild".
2017 gründete das ehemalige Topmodel ihr Label gemeinsam mit About You. Anfangs lief alles glänzend, bis sich 2021 mitten in der Corona-Krise das Geschäftsmodell änderte. "Plötzlich mussten wir alles selbst finanzieren, angefangen von Stoffen, Produktion, Lager, Marketing. Und in einem Marktplatzmodell weißt du nie, wie viel wirklich verkauft wird. Das Risiko war enorm", so Gercke.
Die Folgen waren hart: Volle Lager, schwache Nachfrage, steigende Kosten. Laut Handelsregister summierten sich die Verluste 2022 und 2023 auf insgesamt über 27 Millionen Euro. "Wenn man diese Zahlen liest, wirkt das natürlich dramatisch. Aber das war eine Phase, in der die gesamte Modebranche gelitten hat", erklärt sie.
2023 zog Gercke die Notbremse. Das Label verabschiedete sich vom riskanten Direktvertrieb und beliefert nun Händler und Boutiquen. "Das ist planbarer, risikoärmer und gesünder. Lieber weniger Umsatz, aber dafür höhere Margen", sagt sie.
Der Kurswechsel zeigt Wirkung: 2024 erzielte LeGer einen Umsatz von 11,2 Millionen Euro – bei einem Nettogewinn von rund einer Million. Das neue Prinzip: Erst wenn Händler bestellen, startet die Produktion. Ein Modell, das Sicherheit bringt und das Unternehmen wieder profitabel macht.
Und was ist mit den angeblichen 30 Millionen Schulden? "Das sind keine Bankkredite, sondern interne Finanzierungen von About You. Diese Darlehen sind mit einem sogenannten Rangrücktritt abgesichert", stellt Gercke klar. Rückzahlung also nur im Erfolgsfall. Nach Jahren der Unsicherheit blickt die Designerin wieder optimistisch nach vorn. Und ob sie trotz allem schlaflose Nächte hatte? Gercke lacht: "Die einzigen schlaflosen Nächte hatte ich wegen meiner beiden Töchter."