Fischer, Anders, Endlich

Schlager versinkt im KI-Sumpf! Fans zucken komplett aus

KI verändert den Schlager spürbar, doch der Einsatz stößt bei vielen Fans auf Kritik. Fraglich bleibt, ob das der Branche eher schadet als hilft.
Heute Entertainment
29.05.2026, 15:11
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Künstliche Intelligenz ist längst im Alltag vieler Menschen angekommen – zahlreiche Nutzer greifen bei Fragen und Aufgaben routiniert auf Systeme wie "ChatGPT" zurück. Auch in der Arbeitswelt wird KI immer stärker eingesetzt – offensichtlich ist das zurzeit in der Musikbranche.

Gerade in der Schlagerwelt wird sie immer sichtbarer. Während früher noch ein klarer Fokus auf Emotion und Authentizität das Genre prägten, wirkt vieles heute austauschbarer. Songs werden stärker elektronisch produziert, visuelle Konzepte ähneln sich zunehmend, und immer mehr Künstler greifen zusätzlich auf KI-Tools zurück, um Produktion und Bildwelten zu gestalten.

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Schlager-Stars setzen auf KI

Thomas Anders nutzte KI unter anderem im Zuge seiner jüngsten Neuaufnahmen alter "Modern Talking"-Songs. In begleitenden Videoinhalten oder auf seiner Tour singt er dabei unter anderem mit einer jüngeren Version von sich selbst.

Ähnlich deutlich wird es auch in aktuellen Musikvideos. Ella Endlich setzt zum Beispiel in ihrem neuen Song "Cinderella" auf KI-generierte Szenen, in denen sie durch einen märchenhaften Wald, ein Footballstadion und sogar den Times Square tanzt. Bei genauerem Hinsehen fallen typische KI-Fehler auf: unnatürliche Augen, verzerrte Details und unleserliche oder fehlerhafte Schrift im Hintergrund.

Mike Leon Grosch veröffentlichte zu "Dein Leben" ebenfalls ein KI-Video – in einer Szene ist dort unter anderem eine Figur mit drei Armen zu sehen, ein klassischer Generierungsfehler, wodurch der eigentlich tiefgründige Songtext und starke Song eher an Wirkung und Qualität verliert

Ups! Das Model (rechts) in Mike Leon Groschs Musikvideo hat drei Arme.
YouTube

Fans kritisieren KI-Einsatz

Während einige Künstler KI gezielt als kreatives oder kostensparendes Werkzeug einsetzen, sorgt genau dieser Punkt für Kritik. Ja, Musikvideos sind teurer – KI verspricht schnellere und günstigere Produktion – doch viele Fans empfinden das Ergebnis nicht als Aufwertung, sondern als Rückschritt.

Die Reaktionen fallen demnach deutlich aus. Unter Videos finden sich Kommentare wie: "Puh….Ich glaube, die KI hat danach Urlaub beantragt oder sich krankschreiben lassen", "Ist das Satire?" oder "Das sieht richtig fies nach KI aus".

Alles echt bei Helene?

Natürlich nimmt man Schlager-Queen Helene Fischer in der Diskussion auch unter die Lupe. Mit ihrem wirtschaftlichen Erfolg und ihrer Präsenz in internationalen Rankings wie der "Forbes"-Liste gehört sie zu den bestverdienenden sowie einflussreichsten Künstlerinnen im deutschsprachigen Raum. Gerade sie könnte sich aufwendige, klassische Produktionen problemlos leisten.

Trotzdem ist man sich bei einem Blick auf ihre neuen Bildern für den Song "Heute Nacht" nicht ganz sicher, ob sie einfach nur stark nachbearbeitet oder durch KI erstellt wurden.

Warum ist KI in der Musikbranche ein Problem?

Die Frage ist allerdings, wie sehr man die Kritik an KI im Schlager tatsächlich an einzelne Künstler als gegen die strukturelle Entwicklung in der Musikindustrie richten sollte. Viele der eingesetzten KI-Elemente entstehen vor allem aufgrund von Sparmaßnahmen.

Die Verantwortung liegt oft weniger bei den Artists selbst, sondern bei Labels und Produktionsstrukturen, die zunehmend mehr auf Reichweite, virale Effekte und schnelle Veröffentlichungen setzen, statt auf langfristigen künstlerischen Aufbau, handwerkliche Qualität und kreative Individualität. Dadurch entsteht der Eindruck, dass KI nicht nur ein Werkzeug ist, sondern ein System verstärkt, in dem Effizienz wichtiger wird als künstlerische Tiefe.

Einige User nutzen KI aber auch zur kompletten Songerstellung, während gleichzeitig fiktive Musiker auftreten, die ausschließlich digital generierte Musik veröffentlichen. Diese Entwicklungen führen dazu, dass KI-Songs zunehmend mit echten Künstlern konkurrieren – sowohl in Charts als auch bei Streamingzahlen – und damit wirtschaftliche Existenzen in der Musikbranche unter Druck geraten können. Dabei besteht das Risiko, dass menschliche Kreativität im Musikgeschäft schrittweise an Bedeutung und Wert verliert.

{title && {title} } red, {title && {title} } 29.05.2026, 15:11
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