Oberösterreich

Kein Abstand bei Auftritt von Schlager-Star in OÖ

Schlager-Star Melissa Naschenweng trat in Ulrichsberg bei einem Auto-Open-Air auf. Fotos werfen die Frage auf: Wo war der Corona-Abstand?

Heute Redaktion
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Eigentlich sollten die Fans im Auto sitzen, dann wäre das mit dem Abstand auch einfacher gewesen.
Eigentlich sollten die Fans im Auto sitzen, dann wäre das mit dem Abstand auch einfacher gewesen.
Daniel Scharinger

Größere Konzerte mit Zuschauern sind derzeit tabu. Mit gutem Grund: Die Corona-Zahlen steigen, gerade in Oberösterreich gab es in den vergangenen Tagen wieder einen starken Anstieg – mehr dazu hier

Erlaubt sind aber beispielsweise Auto-Open-Air-Veranstaltungen. Eine solche fand am vergangenen Samstag auch am Parkplatz der Böhmerwaldarena in Schöneben in Ulrichsberg im Mühlviertel (Bezirk Rohrbach) statt. Stargast war der zweifach Amadeus nominierte Schlager-Star Melissa Naschenweng (29) aus Kärnten. 

"Aussteigen nur im Notfall"

Auf der Facebook-Seite des Veranstalters wurde noch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Autos mit einem Mindestabstand geparkt werden müssen. Und: "Aussteigen ist nur im Notfall erlaubt (WC)", steht da geschrieben.

Daran dürften sich nicht alle gehalten haben, wie die Fotos vom Event zeigen. Dicht gedrängt stehen da Zuschauer teils  tanzend und vor allem lauthals singend vor der Bühne.

Teilchen fliegen beim Singen bis 1,5 Meter weit

Das Problem: Gerade beim Singen kann sich das Virus leicht verbreiten. Eine Studie der Abteilung für Phoniatrie und Pädaudiologie am LMU Klinikum München und des Universitätsklinikum Erlangen in Deutschland hat ergeben, dass beim Singen eines Chors die ausgestoßenen Aerosole (Schwebeteilchen in der Luft) bis zu eineinhalb Meter weit fliegen – mehr zur Studie hier.

Beim Konzert hielt es die Fans nicht mehr im Auto – leider.
Beim Konzert hielt es die Fans nicht mehr im Auto – leider.
Daniel Scharinger

Und nicht nur das, auch die Abstandsregel wurde natürlich gebrochen. Denn aktuell gilt noch immer ein Mindestabstand von einem Meter – immer und überall. Das wird seit Wochen von den zuständigen Ministerien und den Behörden immer wieder betont. Bei dem Konzert im Mühlviertel wurde darauf ganz offensichtlich kein Wert gelegt.

Die Strafen wegen des Nicht-Einhaltens des Abstandes können jedenfalls saftig sein. So bekam ein Wiener im April 500 Euro aufgebrummt – mehr hier.

Keine Anzeige

Und was sagt die Bezirkshauptmannschaft dazu? "Das ist natürlich nicht erlaubt. Aber es gibt keine Anzeige", erklärt Bezirkshauptfrau Wilburg Mitterlehner auf "Heute"-Nachfrage. Das Foto dürfte gegen Ende der Veranstaltung gemacht worden sein. "Und da war offenbar keine Polizei mehr vor Ort, weil die zu einem Todesfall gerufen wurde", so Mitterlehner.

Man werde aber mit der Gemeinde reden, damit so etwas nicht noch einmal vorkommt.