Schock-Studie

Schlangenbisse töten mehr als gedacht

Eine neue Studie zeigt: Bis zu sieben Millionen Menschen werden jährlich von Giftschlangen gebissen - dreimal mehr als offizielle Zahlen.
Technik Heute
26.08.2026, 18:07
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Die Gefahr durch Giftschlangen wird weltweit massiv unterschätzt. Ein internationales Forscherteam hat Daten aus 79 Ländern über einen Zeitraum von 18 Jahren ausgewertet und kommt zu erschreckenden Ergebnissen.

Demnach erleiden pro Jahr zwischen 2,1 und sieben Millionen Menschen giftige Schlangenbisse. Die Zahl der Todesfälle liegt bei mindestens 274.000 - etwa dreimal höher als die bisherigen Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die von 81.000 bis 138.000 Todesfällen ausging.

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Wie der Spiegel unter Berufung auf das Fachmagazin PLOS Medicine meldet, kommen die meisten Fälle in Ländern mit geringem Einkommen vor. Viele Opfer erreichen nie ein Krankenhaus und werden traditionell behandelt, weshalb die Dunkelziffer enorm hoch ist.

Mangel an Gegengiften

Ein weiteres Problem: Gegengifte sind teuer und fehlen häufig - vor allem in ländlichen Regionen, wo die meisten Menschen gebissen werden. Die Herstellung ist aufwendig: Pferden werden Schlangengifte verabreicht, dann werden Antikörper aus deren Blutserum isoliert.

Hinzu kommen bleibende Schäden. Die Forscher schätzen, dass es jährlich zu mindestens 825.000 Fällen von schweren körperlichen Behinderungen kommt - darunter Amputationen oder Erblinden. Chronische psychologische Folgen wie posttraumatische Belastungsstörungen sind dabei nicht einmal mitberechnet.

Österreich weniger betroffen

In Österreich ist die Situation weniger dramatisch. Die heimische Vipernfauna mit Kreuzotter, Hornotter und Aspisviper ist im internationalen Vergleich nicht allzu gefährlich. Dennoch können Bisse besonders für ältere Menschen, Kinder oder Personen mit Vorerkrankungen lebensbedrohlich werden.

Die WHO hat sich zum Ziel gesetzt, die Krankheitslast durch Schlangenbisse bis 2030 um die Hälfte zu senken. Angesichts der neuen Zahlen ist das eine gewaltige Herausforderung, so die Studienautoren.

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