Tierischer Notfall

Kreuzotterbiss! Antiserum für Kind eingeflogen

Da ein kleines Kind extreme Vergiftungserscheinungen aufgrund eines Kreuzotterbisses entwickelte, musste das Antiserum sogar eingeflogen werden.
Heute Tierisch
07.07.2026, 09:16
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Ein Kind ist nach einem Biss einer Kreuzotter im Donauisar Klinikum im niederbayerischen Deggendorf erfolgreich behandelt worden. Das bestätigte eine Sprecherin des Krankenhauses auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks (BR).

Wie die ADAC-Luftrettung zuvor in den sozialen Medien mitgeteilt hatte, brachte die Besatzung des Rettungshubschraubers "Christoph 1" aus Harlaching Ende Juni ein Antiserum von der Toxikologie des TUM Klinikums rechts der Isar in München nach Deggendorf. Solche Transporte seien aber äußerst selten.

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Schwere Vergiftungserscheinungen

Das Antiserum wurde dringend benötigt, weil das Kind nach dem Schlangenbiss schwere Vergiftungserscheinungen entwickelt hatte. Es litt unter Kreislaufproblemen, niedrigem Blutdruck und einer starken Schwellung. Nach der Behandlung habe sich der junge Patient rasch erholt, weitere Angaben machte die Klinik aber aus Datenschutzgründen nicht.

Die meisten Schlangen in Österreich sind harmlos:

In Gebieten, in denen Kreuzottern vorkommen, empfiehlt Hien beim Wandern festes Schuhwerk zu tragen. Die scheuen und gut getarnten Tiere ziehen sich normalerweise zurück. Nur wenn sie sich bedroht fühlen, in die Enge getrieben oder berührt werden, verteidigen sie sich mit einem Biss.

Fast nie

Schwere Verläufe nach einem Kreuzotterbiss kommen nur selten vor. Nach Angaben des Donauisar Klinikums werden in Deggendorf pro Jahr lediglich ein bis zwei Betroffene behandelt. Zunächst stehen eine engmaschige medizinische Überwachung und eine angemessene Schmerztherapie im Vordergrund und nur in schweren Fällen – etwa bei Kreislaufproblemen, Atembeschwerden oder Gerinnungsstörungen – wird ein Antiserum eingesetzt.

Da das Medikament allergische Reaktionen auslösen kann, wird es von Ärzten nur zurückhaltend verabreicht. Grundsätzlich gilt jedoch: Je früher das Antiserum eingesetzt wird, desto wirksamer ist die Behandlung.

Jeder Biss ein Notfall

Reptilienexperte Paul Hien aus Straubing betont gegenüber den deutschen Medien, dass jeder Kreuzotterbiss als medizinischer Notfall einzustufen ist. Der Bestand der einzigen heimischen Giftschlange gehe seit Jahren zurück, weil ihre natürlichen Lebensräume zunehmend verloren gingen. Auch deshalb seien Begegnungen zwischen Mensch und Kreuzotter vergleichsweise selten.

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