"Österreich-Bonus" gefordert

"Schleuderpreise" im Handel – Bauern schlagen Alarm

Egal ob Butter, Schweinefleisch, Getreide oder Kartoffeln – laut Bauernbund bleibt den Landwirten für ihre Erzeugnisse zu wenig im Börserl.
Michael Rauhofer-Redl
08.01.2026, 09:18
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Der Bauernbund wendet sich am Donnerstag mit einem dringenden Appell an die heimische Politik. In einer Aussendung warnt die Teilorganisation der ÖVP vor "Schleuderpreisen für Lebensmittel". Konkret bezieht der Bauernbund diese Warnung auf eine "weitere Zuspitzung beim Preisdruck auf bäuerliche Produkte".

"Besonders bei Milch, Schweinefleisch, Getreide, Erdäpfeln und Zucker sind die derzeitigen Erzeugerpreise existenzgefährdend niedrig. In den letzten Wochen und Monaten kam es bei einigen dieser Produkte auch zu drastischen Preisrückgängen im Lebensmittelhandel", heißt es.

Landwirte laut Bauernbund in existenzieller Gefahr

Bauernbund-Präsident und Nationalratsabgeordneter Georg Strasser zeigt sich alarmiert: "Ein Viertelkilo Butter wird im Flugblatt eines Diskonters mittlerweile um 96 Cent angeboten, österreichisches Schweinskarree im Gastro-Großhandel um 4,39 Euro pro Kilo, Semmeln um 25 Cent – zu solchen Schleuderpreisen können unsere Bäuerinnen und Bauern keine Lebensmittel produzieren".

Die Landwirte müssten in der Lage sein, "mit ihrer Arbeit ein adäquates Einkommen erzielen" zu können, so die Forderung des Politikers. "Sonst wird es diese Form der Landwirtschaft auf Dauer nicht mehr geben", zeigt sich auch Bauernbund-Direktorin Corinna Weisl besorgt.

Bauernbund fordert "Österreich-Bonus"

Der Bauernbund sieht akuten Handlungsbedarf auf allen Ebenen und fordert einen Österreich-Bonus: "Der Handel darf hochwertige Lebensmittel nicht länger für Preisschlachten missbrauchen. Beste Qualität und höchste Standards gibt es nicht zum Nulltarif. Wir fordern daher einen Österreich-Bonus auf heimische Lebensmittel, der sicherstellt, dass ein fairer Anteil vom Preis im Supermarktregal bei den Bäuerinnen und Bauern ankommt", so Strasser.

Man sei an einem Punkt angekommen, wo es um die Existenz der Bauernfamilien gehe. Wer heimische Versorgung wolle, dürfe österreichische Höfe nicht durch Schleuderpreise aushungern. "Zu solchen Preisen können wir in Österreich keine Lebensmittel produzieren. Der Preiskampf darf nicht länger auf dem Rücken der Bäuerinnen und Bauern ausgetragen werden. Während die Ersparnis für den Konsumenten an der Kasse nur wenige Cent beträgt, geht es auf unseren Höfen um Existenzen", so Strasser.

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