Skisprungstar Gregor Schlierenzauer ist nach einer enttäuschenden Olympiasaison mit anschließenden Auszeit-Gedanken wieder voller Tatendrang. Ermöglicht hat seinen "Neustart" auch die Ablöse des langjährigen ÖSV-Cheftrainers Alexander Pointner. Hinter dieser hatten einige Schlierenzauer als Mitauslöser vermutet, was der Tiroler aber mit dementiert.
Skisprungstar Gregor Schlierenzauer ist nach einer enttäuschenden Olympiasaison mit anschließenden Auszeit-Gedanken wieder voller Tatendrang. Ermöglicht hat seinen "Neustart" auch die Ablöse des langjährigen ÖSV-Cheftrainers Alexander Pointner. Hinter dieser hatten einige Schlierenzauer als Mitauslöser vermutet, was der Tiroler aber mit dementiert.
In Sotschi hatte es eine heftige Auseinandersetzung gegeben, der Tiroler forderte danach Veränderungen. "Es war für mich speziell im April keine einfache Zeit, wo mir fast jeder die Schuld gegeben hat, dass ich den Alex abgesägt habe, das habe ich nicht getan. Ich habe in Planica nie seinen Namen genannt, sondern immer gesagt habe, es muss sich im System etwas ändern, ich habe nie gesagt: Der Alex muss weg", erläuterte der Weltcup-Rekordgewinner.
Auseinandersetzungen und Differenzen hatte es über die Jahre hinweg mehrmals gegeben, trotzdem weiß Schlierenzauer, welchen Anteil der Ex-Coach an seinen Erfolgen hatte: "Ich bin ja dankbar, dass ich ihn gehabt habe, ohne ihn hätte ich nie 52 Siege erreicht." In der abgelaufenen Saison verschlechterte sich das Verhältnis deutlich: "So ehrlich muss man sein, es war nicht mehr das für mich." Dazu waren Dinge "unter der Gürtellinie" bei den Olympischen Spielen gekommen.
Noch keine persönliche Aussprache
Nach der Bestellung Heinz Kuttins als neuen Trainer der ÖSV-Adler ist es noch nicht zu einem klärenden Gespräch gekommen. "Ich habe mit ihm Kontakt aufgenommen am Telefon. Aber wir haben uns noch nicht getroffen, weil er auch noch nicht bereit ist, hat er gesagt", so Schlierenzauer. Ein Essen zur Feier des Weltcuprekords des 24-Jährigen steht noch aus.
Durch die Verpflichtung Kuttins hat Schlierenzauer neue Motivation gefunden: "Wenn alles gleich geblieben wäre, hätte ich ein Jahr Pause gemacht, weil im gewohnten System habe ich für mich keine Weiterentwicklung gesehen. Jetzt ist ein Neustart da, was mir auch sehr gut taugt. Dass ich nach acht Jahren einmal etwas anderes habe, einen neuen Input bekomme."
Stimmung im Team hervorragend
Um Konflikten vorzubeugen agierte Kuttin klub und machte die Stützpunkttrainer zu seinen fixen Co-Coaches: "Da entsteht schon einmal kein Konflikt, das ist sehr clever", freute sich Schlierenzauer über das vertraute Umfeld. Am Materialsektor wurde auch aufgerüstet, neue Bindungen sollen den Erfolg bringen: "Das ist auch notwendig in der WM-Saison", so der 24-Jährige. Die Stimmung im Team soll jedenfalls gut sein.
Mit den Ideen des neuen Coaches konnte sich der Tiroler sofort anfreunden: "Für mich war klar: Okay, es ist ein Neuanfang. Dann war ich gleich wieder motiviert mit einem gewissen Abstand, wieder Gas zu geben." Großes Ziel des 24-Jährigen bleibt Einzel-Olympiagold, das noch in der Sammlung Schlierenzauers fehlt. Für die kommende Saison hat sich der Tiroler noch keine Ziele gesteckt.
APA/red