Die Entscheidung im Gesamt-Weltcup der Skispringer ist zumindest bis Dienstag vertagt worden. Verfolger Anders Bardal wurde Zweiter, Schlieri landete, wohlgemerkt als bester Österreicher, auf Platz 15 und muss sich noch ein wenig gedulden.
Es war kein Tag für die ÖSV-Adler in Lahti. Gregor Schlierenzauer klassierte sich am Sonntag als bester Österreicher nur auf Platz 15, während sein erster Verfolger, Anders Bardal auf dem zweiten Platz landete. Der Tagessieg ging an den Deutschen Richard Freitag, der seinen zweiten Saison-Sieg bzw. dritten Weltcuperfolg überhaupt mit Weiten von 126,5 und 128,5 mit 7,3 Punkten Vorsprung auf Anders Bardal feierte. Auf dem dritten Tagesrang landeten ex aequo Anders Jacobsen (NOR) und Severin Freund (GER).
Schlieri-Triumph nur eine Frage der Zeit
Bardal wahrte mit Rang drei damit als letzterer Herausforderer von Schlierenzauer die theoretische Chance auf die große Kristallkugel. Doch Schlierenzauer hat fünf Einzelbewerbe vor Saisonschluss 474 Zähler Vorsprung, ihm ist der zweite Gesamt-Weltcupsieg so gut wie nicht mehr zu nehmen. Schon am Dienstag in Kuopio könnte die Entscheidung fallen.
Für die Österreicher, die bei der WM im Val di Fiemme mit Mannschafts-Gold sowie dem Mixed-Silber und Schlierenzauers Einzelsilber von der Normalschanze mit drei Medaillen heimgereist waren, setzte sich der Gesamttrend in Abwesenheit des verletzten Thomas Morgenstern fort. Von den sechs ÖSV-Springern schafften Stefan Kraft und Andreas Kofler nicht den Sprung ins Finale der Top 30. Nur Manuel Fettner (17.), Wolfgang Loitzl (21.) und Michael Hayböck (27.) holten noch Weltcuppunkte.
Chefcoach Poitner: "Nicht unser Wochenende"
"Auch der vierte Platz gestern hat uns nicht geschmeckt. Das war sicher nicht unserer Wochenende", sagte Cheftrainer Alexander Pointner am Sonntag zur APA - Austria Presse Agentur. "Jetzt müssen wir noch einmal alles mobilisieren, um in den kommenden zwei Wochen eine andere Performance zu springen."
Nun muss die Pointner-Truppe sogar noch um den fast schon zum Abonnement gewordenen Sieg im Nationencup zittern: Nur noch 14 Punkte Vorsprung auf Norwegen bzw. 182 auf Deutschland versprechen ein spannendes Finish um diesen Prestige-Titel. "Seit ich Cheftrainer bin, haben wir den Nationencup durchgehend immer gewonnen", wusste Pointner von acht Siegen en suite. "In einer Saison, in der der eine oder andere Siegspringer nicht in Tritt gekommen ist, kann es natürlich sein, dass es spannend wird. Aber wir werden es sicher nicht kampflos aus der Hand geben", erklärte Pointner.
Das Team für Kuopio bleibt gleich, in Trondheim wird Martin Koch die Mannschaft verstärken. Pointner hat freilich auch die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sein Aushängeschild Schlierenzauer seine Form wiederfindet. "Wenn der Gregor wieder einmal das spürt, was ihn so stark macht, dann wird das ganz schnell gehen. Er ist sowohl körperlich als auch technisch immer noch in der Lage, ganz nach oben zu springen." Man dürfe den Tiroler nicht so schnell abschreiben.
Ergebnisse des Weltcup-Skispringens am Sonntag in Lahti:
1. Richard Freitag (GER) 274,2 (126,5/128,5)
2. Anders Bardal (NOR) 266,9 (121,5/126,0)
3. Anders Jacobsen (NOR) 265,8 (123,0/127,0)
. Severin Freund (GER) 265,8 (124,0/124,0)
5. Kamil Stoch (POL) 265,1 (124,0/123,5)
6. Maciej Kot (POL) 262,0 (123,0/125,5)
7. Simon Ammann (SUI) 261,3 (121,0/124,0)
8. Tom Hilde (NOR) 258,3 (123,0/121,5)
9. Noriaki Kasai (JPN) 258,0 (119,5/126,5)
10. Michael Neumayer (GER) 256,8 (121,5/126,0)
15. Gregor Schlierenzauer (AUT) 251,0 (119,5/122,5)
17. Manuel Fettner (AUT) 244,5 (123,0/117,5)
21. Wolfgang Loitzl (AUT) 242,6 (116,0/119,0)
27. Michael Hayböck (AUT) 232,0 (115,5/118,0)
Ausgeschieden im ersten Durchgang:
38. Stefan Kraft (AUT) 106,4 (112)
41. Andreas Kofler (AUT) 103,4 (109)