Tierisches Klimaarchiv

Kleinste Bibliothek! Schneckenhaus zeigt Wetterextreme

Eine australische Landschnecke bewahrte in ihrem Gehäuse Spuren von zwei Wirbelstürmen. Das eröffnet neue Wege für die Klimaforschung.
Heute Tierisch
17.09.2026, 09:01
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Wer hätte das gedacht: Das Gehäuse einer australischen Landschnecke kann offenbar Extremwetterereignisse speichern. Forscher haben in der Schale chemische und biologische Spuren gefunden, die sich konkreten Stürmen zuordnen lassen.

Das Forschungsteam der Idaho State University um Dr. Nicholas R. Patton untersuchte ein Gehäuse der sogenannten Biggenden-Bänderschnecke aus dem Coalstoun Lakes National Park im Südosten Queenslands. Das Tier war 2018 kurz vor der Bergung gestorben.

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Die Wissenschaftler entnahmen entlang der 234 Millimeter langen Wachstumsachse der Schale 200 Proben für Sauerstoff- und Kohlenstoffisotope. Zusätzlich wurden acht Proben für Radiokarbondatierungen genommen.

Zwei Zyklone hinterließen deutliche Spuren

Die Analyse ergab, dass das Tier rund 4,5 Jahre gelebt hatte. Besonders spannend: Die Schale wuchs nicht gleichmäßig. Die höchsten Wachstumsraten traten unmittelbar nach starken Regenereignissen auf. Zwei markante Signale in der Schale ließen sich mit konkreten Wetterereignissen verknüpfen: den Zyklonen Marcia von 2015 und Debbie von 2017. Beide Wirbelstürme hatten damals heftige Regenfälle über der Region gebracht.

Neue Möglichkeiten für die Klimaforschung

Die besondere Lage des Nationalparks mit seinen steilen Kraterwänden und zeitweise gefüllten Seen spielt dabei eine Rolle. Normale Wetterschwankungen werden abgepuffert – erst sehr starke Regenfälle schlagen sich deutlich in der Schale nieder. Die Methode könnte künftig helfen, Extremwetter aus Zeiten zu rekonstruieren, für die es keine Messungen gibt. Finden sich gut erhaltene Gehäuse in datierten Sedimentschichten, ließen sich möglicherweise prähistorische Sturmverläufe nachvollziehen.

red,Akt. 17.09.2026, 09:07, 17.09.2026, 09:01