Schock Parkinson! "Sie übernimmt das für mich"

Vanessa Herzog kürte sich 2019 zur Eisschnelllauf-Weltmeisterin und wurde Sportlerin des Jahres. Ihr Trainer und Ehemann Thomas ist an Parkinson erkrankt. Was bedeutet das für ihre Karriere?
Mit Thomas Herzog stieg die 24-Jährige im Eisschnelllauf in die Weltspitze auf. Doch jetzt leidet ihr Ehemann und Trainer an der unheilbaren Nervenkrankheit Parkinson. "Die Diagnose war ein Schock", erklärt der 50-jährige Kärntner, der die schlimmen Nachrichten ausgerechnet nach WM-Gold im Februar 2019 in Inzell erhielt.

Wie geht man als Trainer und Hochleistungssportlerin, aber auch als Ehepaar mit der Situation um? "Für uns beide war klar: Wir stehen das gemeinsam durch", meint der Coach. "Es ist gut, dass Vanessa mit viel Kraft an die Sache herangeht." Die Athletin will für ihren Trainer ein großes Opfer bringen. "Sie hat mir gesagt: 'Wenn du irgendwann von der Bewegung her eingeschränkt bist, dann übernehme ich das für dich'", sagt er in der "Tiroler Tageszeitung".



CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Doch für die unmittelbare Zukunft steht der Sport noch im Vordergrund – obwohl es auch da zu merklichen Einschränkungen kommt. "In Stress-Situationen merke ich die Probleme am meisten", berichtet Herzog. "Wir waren beide heuer sehr angespannt nach dem Sommer. Deshalb gab es beim Auftakt in Minsk auch gleich einen Fehlstart."

Er habe überlegt, die Arbeit als Coach bleiben zu lassen, sich dann aber anders entschieden: "Ich habe überlegt, dass Vanessa nur mehr in der holländischen Gruppe trainiert. Das war für uns beide aber nicht harmonisch. Deshalb haben wir weitergemacht." Ein Privat-Trainer sei eine Option, sollte sich die Situation verschlechtern.

Vorerst geht es mit dem Weltcup in Salt Lake City weiter. Auch längerfristige Pläne gibt es: "Wir haben uns Olympia 2022 und darüber hinaus Olympia 2026 als Ziele gesteckt. Wir werden gemeinsam kämpfen, damit das auch klappt."

Parkinson ist eine chronische Erkrankung des Nervensystems, die vorwiegend Menschen von 55 bis 80 Jahren betrifft. Dabei sterben Nervenzellen im Mittelhirn sukzessive ab. Typische Symptome von Parkinson sind Muskelzittern, Bewegungsarmut und Muskelstarre. Die Ursache der Erkrankung kann nicht immer geklärt werden. Mittels Medikamenten können die Beschwerden heutzutage eingedämmt werden. Ein prominenter Betroffener war das frühere Box-Idol Muhammad Ali.







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