Im Gerichtssaal in Oslo ging es am Donnerstag hoch her. Ermittlerin Mina Bankerud legte zahlreiche Nachrichten zwischen Marius Borg Høiby und seiner Ex-Freundin, der sogenannten "Frogner-Frau", vor - darunter Liebesbekundungen, aber auch heftige Streits und Entschuldigungen.
Besonders brisant: Eine Audioaufnahme, in der Marius offen zugibt, gewalttätig gewesen zu sein. "Soll ich dir sagen, warum ich gewalttätig gegen dich war?" fragte er seine Ex. Er habe sich nicht beherrschen können, sei so traurig gewesen, dass er die Kontrolle verlor. Es sei das, was er in seinem Leben am meisten bereue.
Auch schockierende Chat-Verläufe wurde verlesen. Der 27-Jährige hatte seine Ex zeitweise unter dem Namen "Kakerlake" gespeichert - sie ihn als "Frauenmisshandler". Nach einem Vorfall, bei dem er sie aus dem Auto gezerrt haben soll, schrieb sie ihm: "Ich verstehe so verdammt gut, warum Mette und Haakon keine Lust mehr darauf haben."
Für besonderes Aufsehen sorgte ein Video, das Marius selbst gefilmt hatte. Darin sagt er zu einem Freund: "Weißt du, wer wir sind? Wir sind die neuen Trendsetter. Wir schlagen Frauen und tragen Waffelwesten." Das Zitat löste im Gerichtssaal Fassungslosigkeit aus.
Die Ex-Freundin machte ihrem Ärger in einer weiteren Nachricht Luft. Marius sei ein "arbeitsloser Junkie, der seiner Mutter auf der Tasche liegt", warf sie ihm vor. Er habe es sich selbst zuzuschreiben, dass alle seine Freunde nur oberflächlich zu ihm seien.
Der Prozess gegen den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit läuft bereits seit Anfang Februar und dauert insgesamt sieben Wochen. Am Donnerstag sagte Marius zum letzten Mal als Zeuge aus.