Der Prozess gegen den Sohn von Mette-Marit geht in die nächste turbulente Runde. Eigentlich sollte am Dienstag eine ehemalige Freundin der sogenannten "Frogner-Frau" in Ruhe aussagen. Doch die Situation im Saal eskalierte.
Schon zu Beginn sorgte der Angeklagte für Verwunderung: Als die Sitzung startete, war Høiby noch nicht im Saal. "Wo ist der Angeklagte? Nicht da?", fragte Richter Jon Sverdrup Efjestad laut norwegischen Medien. Zur Belustigung der Anwesenden. Kurz darauf wurde Høiby hereingeführt und nahm neben seinen Anwälten Platz.
Die Zeugin, eine Kindheitsfreundin des mutmaßlichen Opfers, schilderte anschließend dramatische Szenen aus der Nacht des 4. August 2024. Damals soll Høiby die Wohnung seiner damaligen Freundin verwüstet und sie angegriffen haben.
Laut der Zeugin rief ihre Freundin sie zunächst am Abend wegen eines Streits an. Gegen 2.30 Uhr nachts habe sich dann plötzlich Høiby selbst gemeldet. "Er war sehr wütend und nannte sie eine verdammte Hu***", sagte sie.
Kurz darauf habe die "Frogner-Frau" erneut angerufen – völlig aufgelöst. "Kann ich bei dir schlafen? Marius hat meine Wohnung zerstört und mich geschlagen", soll sie gesagt haben.
Etwa 20 Minuten später stand sie laut Zeugin vor der Tür: "Sie war ganz in Tränen aufgelöst und völlig durch den Wind."
Am nächsten Tag hätten sie gemeinsam die Wohnung begutachtet. "Der Kronleuchter war zerbrochen und lag auf dem Boden, der Spiegel war kaputt, das Handy ebenfalls", berichtete die Zeugin.
Dann übernahm Verteidigerin Mette Yvonne Larsen die Befragung und konfrontierte die Zeugin mit dem Vorwurf, Fotos an das Magazin "Se og Hør" verkauft zu haben. Die Zeugin bestritt das erneut.
Doch plötzlich meldete sich Marius Borg Høiby selbst zu Wort. Er wollte eine Eifersuchtsszene mit seiner Ex-Freundin erklären und seine Version der Ereignisse schildern.
Der Richter erlaubte ihm widerwillig eine kurze Stellungnahme – mit einer Warnung: "Aber ich möchte hier keine Diskussion zwischen Ihnen."
Genau dazu kam es jedoch.
Die Zeugin unterbrach den Angeklagten mitten im Satz und sagte direkt zu ihm:
"Marius, ich glaube, ich erinnere mich etwas besser daran als du."
Im Gerichtssaal entstand sofort Unruhe. Richter Efjestad sah sich gezwungen einzugreifen:
"Das entwickelt sich jetzt zu einer Art Streit, die wir hier nicht haben wollen."
Die Situation war so angespannt, dass die Zeugin schließlich aus dem Zeugenstand geführt wurde, bevor Høiby weiter sprechen konnte. Sie musste unter Tränen aus dem Gerichtssaal begleitet werden.