Tag 15 im Strafprozess gegen Marius Borg Høiby. Der 29-Jährige wird erneut vor Gericht befragt. Die Vorwürfe wiegen schwer.
Es geht unter anderem um Vergewaltigung und mehrere Gewaltaktionen. Aktuell sitzt Marius in Untersuchungshaft. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu 16 Jahre Haft.
Am Donnerstag sagt seine Ex-Partnerin Nora Haukland aus. Sie tritt als Klägerin auf und wirft ihm 15 Angriffe vor. Für Aufsehen sorgt ein Instagram-Foto aus dem Jahr 2023. Darauf posiert sie mit ihrer Freundin Sophie, in der Hand eine Kokstüte. Vor Gericht erklärt Nora, es habe sich um das Tütchen von Marius gehandelt.
Der Angeklagte selbst teilt in seiner Befragung heftig aus. "In der Beziehung mit Nora hatten ich und das, was mich betraf, überhaupt keine Bedeutung. Es ging immer nur um sie. Damit hat sie mich dazu gebracht, mich saumäßig schlecht zu fühlen. Jetzt im Nachhinein merke ich, dass ich einfach nur benutzt wurde."
Während sein Anwalt ihn zur Beziehung befragt, kämpft der 29-Jährige mit den Tränen. Seine Augen sind gerötet, immer wieder greift er zum Taschentuch. Plötzlich wird er von seinen Gefühlen übermannt: "Ich habe alle Freunde verloren, niemand will mehr Kontakt mit mir haben."
Im Gerichtssaal sitzt auch sein leiblicher Vater, Morten Borg. Der Unternehmer, der sich seit Jahren aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat, verfolgt den emotionalen Ausbruch seines Sohnes sichtlich bewegt.
Im Jahr 2000 war er wegen Besitzes von 50 Gramm Kokain zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Als die Befragung endet und das Gericht in die Pause geht, erhebt sich Marius, winkt seinem Vater zu und lächelt.