Während Marius Borg Høiby (29) aktuell wegen schwerer Vorwürfe vor Gericht steht, sorgt nun ein Foto aus dem Jahr 2012 für neue Aufmerksamkeit. Die Aufnahme zeigt den damals 15-jährigen Marius bei einem offiziellen Event in New York – dicht neben Ghislaine Maxwell, der später verurteilten Komplizin des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein.
Das Bild entstand im Rahmen der "Clinton Global Initiative"-Konferenz. Für Marius war es ein öffentlicher Auftritt an der Seite seiner Mutter, heute erhält die Szene jedoch eine völlig neue Brisanz. Denn Maxwell gilt inzwischen als Schlüsselfigur in einem der größten Missbrauchsskandale der jüngeren Geschichte.
Der Zeitpunkt könnte sensibler kaum sein: Høiby steht derzeit in Oslo vor Gericht, der Prozess zieht sich bis mindestens Mitte März. Ihm werden unter anderem sexuelle Übergriffe vorgeworfen, der schwerste Anklagepunkt lautet Vergewaltigung. Die Staatsanwaltschaft arbeitet intensiv mit Bild- und Videomaterial aus der Vergangenheit, wertet Metadaten aus und rekonstruiert frühere Ereignisse minutiös.
Vor diesem Hintergrund wirkt das nun aufgetauchte Foto wie ein weiteres Puzzleteil, das Fragen nach dem Umfeld aufwirft, in dem Marius aufgewachsen ist. Auch norwegische Medien stellen zunehmend den Zusammenhang zwischen damaligen Kontakten und heutigen Entwicklungen her.
Bekannt ist mittlerweile, dass es über Jahre hinweg Kontakt zwischen Marius’ Mutter und Jeffrey Epstein gab. Recherchen der Zeitung "VG" belegen zahlreiche E-Mails, die einen auffallend vertrauten Ton haben. Für den aktuellen Prozess gegen Marius sind diese Verbindungen zwar nicht unmittelbar relevant, sie verstärken jedoch die öffentliche Debatte rund um Nähe, Grenzen und Verantwortung im Umfeld des Angeklagten.
Besonders irritierend wirkt aus heutiger Sicht eine E-Mail, in der Mette-Marit Epstein gegenüber erwähnt, dass ihr Sohn damals 15 Jahre alt sei – und dabei sexualisierte Inhalte thematisiert werden. Ob dies juristisch eine Rolle spielt, ist offen. Öffentlich aber sorgt es für Kopfschütteln.
Für Marius selbst steht aktuell etwas anderes im Vordergrund: Er befindet sich in Untersuchungshaft, wirkt während der Verhandlungstage zunehmend erschöpft und gereizt. Beobachter berichten von emotionalen Schwankungen zwischen Tränen, Abwehr und offener Genervtheit.