Kronprinzessin Mette-Marit (52) steht derzeit massiv unter öffentlichem Druck. Auslöser ist ihre bekannt gewordene Verbindung zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
Zusätzlich belastet ein Gerichtsverfahren gegen ihren Sohn Marius Borg Høiby (29) die Situation. Vor einem Gericht in Oslo muss er sich seit Dienstag wegen schwerer Vorwürfe verantworten.
Im Raum stehen Anschuldigungen wegen Gewalt und Vergewaltigung. Vor diesem Hintergrund wird zunehmend auch die Rolle der Kronprinzessin innerhalb der norwegischen Monarchie infrage gestellt. Teilweise wird sogar diskutiert, ob ihre Stellung in der Thronfolge gefährdet sein könnte.
Rechtlich ist die Lage jedoch klar geregelt. Die 52-Jährige ist die Ehefrau von Kronprinz Haakon (52), besitzt aber selbst kein eigenes Erbrecht. Eine Königinnenrolle käme für sie ausschließlich dann infrage, wenn Haakon den Thron besteigt. Derzeit ist König Harald V. (88) Staatsoberhaupt Norwegens. An erster Stelle der Thronfolge steht Haakon, gefolgt von seiner Tochter Ingrid Alexandra (22).
Ein Verlust des Rechts auf eine spätere Königinnenrolle ist rechtlich nicht vorgesehen. Das norwegische Staats- und Thronfolgerecht kennt keinen Ausschluss von Mitgliedern der Königsfamilie aufgrund persönlicher Skandale. Die Thronfolge ist in Artikel 6 der norwegischen Verfassung festgelegt. Änderungen können ausschließlich vom norwegischen Parlament beschlossen werden:
"Wenn Mette-Marit für die Öffentlichkeit wirklich untragbar werden würde, könnte das Parlament entscheiden, dass Haakon zwar König wird, sie aber nicht den Titel einer Königin bekommt. In einer parlamentarischen Demokratie wäre das darstellbar", so der Adelsexperte Michael Begasse gegenüber RTL.
Auch eine strafrechtliche Verurteilung würde Mette-Marit nicht automatisch aus ihrer Rolle als Kronprinzessin drängen. Ihr Status ist ausschließlich an die Ehe mit Kronprinz Haakon gebunden.
Nur wenn sie freiwillig verzichten würde, könnte sie ausgeschlossen werden. Im Falle einer Scheidung würde sie das Recht auf die Rolle ebenfalls verlieren.
Unabhängig von der rechtlichen Situation wird vor allem auf gesellschaftlicher Ebene diskutiert, ob die 52-Jährige künftig noch als Königin akzeptiert werden könnte. Kritiker sehen ihren Ruf durch die Kontakte zu dem verurteilten Sexualstraftäter erheblich beschädigt.
Im Zuge der veröffentlichten Akten aus den Ermittlungen gegen Jeffrey Epstein taucht der Name Mette-Marit immer wieder auf. Laut den Unterlagen wird sie mehr als 1.000 Mal erwähnt. Über mehrere Jahre hinweg bestand Kontakt zwischen der Kronprinzessin und Epstein. Es kam auch zu persönlichen Treffen. So hielt sie sich im Jahr 2013 auf seinem Anwesen in Palm Beach auf. Ein Foto zeigt sie entspannt auf einem Sofa in seinem Haus.