Anwälte sprechen

Marius stand vor Gericht unter "starken Medikamenten"

Brüchige Stimme, Tränen, Erinnerungslücken: Seine Verteidiger wollen erklären, warum Marius Borg Høiby bei seiner Aussage so angeschlagen wirkte.
Heute Entertainment
05.02.2026, 09:52
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Die emotionale Aussage von Marius Borg Høiby am zweiten Prozesstag bekommt eine neue Dimension. Wie seine Anwälte Ellen Holager Andenæs und Petar Sekulic nun bestätigen, stand der 29-Jährige während seiner Befragung im Osloer Amtsgericht unter "starken Medikamenten". Um welche Präparate es sich handelt, wurde nicht bekannt gegeben.

Die Information wirft ein neues Licht auf den Auftritt des Angeklagten. Høiby hatte bereits zu Beginn seiner Aussage mit den Tränen gekämpft, sprach von enormem Druck durch die Öffentlichkeit und wirkte im Laufe des Tages zunehmend erschöpft und gereizt. Mehrfach erklärte er, sich an bestimmte Abläufe nicht erinnern zu können, an anderer Stelle reagierte er genervt auf wiederholte Fragen der Staatsanwaltschaft.

Dass diese Aussage unter medikamentösem Einfluss erfolgte, ist nun ein zentraler Aspekt. Bereits im August 2024 hatte sich Høiby öffentlich zu seinem Gesundheitszustand geäußert, nachdem er Körperverletzung und Sachbeschädigung gegenüber der sogenannten "Frogner-Frau" eingeräumt hatte. Damals schrieb er: "Ich leide unter mehreren psychischen Erkrankungen, die mir während meiner gesamten Kindheit und meinem Erwachsenenleben Probleme bereitet haben und weiterhin bereiten."

Zugleich gab er zu, seit längerer Zeit mit Drogenmissbrauch zu kämpfen. Diese Kombination aus psychischen Erkrankungen, Suchtproblematik und nun bestätigter Medikation begleitet den Prozess von Beginn an – und könnte auch für die Beurteilung seiner Aussagen eine Rolle spielen.

Wie werden seine Aussagen nun bewertet?

Auffällig war am zweiten Prozesstag nicht nur sein emotionaler Zustand, sondern auch sein Verhalten im Zeugenstand: zitternde Hände, wechselnde Kleidung, lange Pausen, wiederholte Hinweise darauf, wie schwer es ihm falle, intime Details vor Publikum und Presse zu schildern.

Der Prozess gegen Marius Borg Høiby ist bis Mitte März angesetzt. Noch stehen zahlreiche Vernehmungen und weitere Aussagen an. Die Frage, in welchem gesundheitlichen Zustand der Angeklagte diese durchstehen wird – und wie seine Aussage unter Medikamenten juristisch gewertet wird –, dürfte das Verfahren weiter prägen.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 05.02.2026, 10:44, 05.02.2026, 09:52
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