Es sind nicht nur die Aussagen von Marius Borg Høiby, die am zweiten Prozesstag für Aufmerksamkeit sorgen. Auch sein Auftreten, seine Gesten und die Dinge, die ihn begleiten, werfen Fragen auf.
Auf dem Tisch vor dem Angeklagten liegen während der Befragung mehrere Gegenstände: eine Wasserkaraffe, eine Tasse, ein aufgeschlagenes Notizbuch – und eine runde, schwarze Dose mit Oraltabak, sogenanntem Snus. Immer wieder wirkt es, als hätte Høiby Snus im Mund, während er über Vergewaltigungsvorwürfe, Drogenkonsum und Erinnerungslücken spricht.
Ein Bild, das irritiert. Während Staatsanwalt und Richter jedes Wort abwägen, sitzt der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit mit verschränkten Armen da, das Notizbuch griffbereit, der Tabak offenbar Teil seiner Routine. Ob er darin Notizen macht oder es lediglich als Stütze dient, bleibt offen.
Auffällig ist auch sein wechselndes Erscheinungsbild. Zu Beginn der Aussage trägt Høiby einen dunkelblauen Pullover mit Reißverschluss am Kragen, dunkle Hose und dunkelblaue Loafers mit weißer Sohle. Nach einer kurzen Unterbrechung kehrt er jedoch verändert in den Gerichtssaal zurück: Der Pullover ist verschwunden, stattdessen trägt er nun ein beigefarbenes Hemd. Die Brille bleibt, ebenso die Schuhe. Schon am Vortag zog sich der Sohn der Kronprinzessin zwei Mal um. Zudem hatte er am ersten Prozesstag auch einen Rosenkranz mit.
Ein Detail, das im sonst streng geregelten Ablauf des Prozesses auffällt. Während andere Angeklagte meist über Stunden unverändert im Saal sitzen, scheint Høiby sich immer wieder neu zu sortieren – äußerlich wie innerlich.
Der Eindruck passt zu seinem Verhalten im Zeugenstand. Anfangs emotional, mit Tränen und stockender Stimme, wirkt er später zunehmend kontrollierter, dann gereizt. Die Nervosität zeigt sich körperlich: zitternde Hände beim Trinken, starre Haltung, kurze, teils genervte Antworten.
Snus, Notizbuch, Kleidungswechsel. Für sich genommen sind es Kleinigkeiten. In der Summe zeichnen sie jedoch das Bild eines Angeklagten, der sichtbar unter Druck steht und versucht, Halt zu finden. In einem Prozess, der noch bis Mitte März dauern soll, werden solche Details wohl weiterhin genau beobachtet werden.