Absprache im Gerichtssaal

Marius spricht über Sex und ALLE müssen weghören

Im Prozess gegen Marius Borg Høiby gibt es einen Moment, über den nicht berichtet werden darf. Es geht nämlich um seine sexuellen Vorlieben.
Heute Entertainment
05.02.2026, 10:45
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Der Gerichtssaal 250 im Osloer Amtsgericht ist voll besetzt. Journalisten aus dem In- und Ausland, Juristen, Sicherheitsbeamte. Doch plötzlich gilt eine klare Grenze: Als Staatsanwalt Sturla Henriksbø Fragen zu Marius Borg Høibys sexuellen Vorlieben stellt, darf die Presse darüber nicht berichten.

Der Angeklagte reagiert sichtbar beschämt. "Ich finde es saupeinlich, vor so vielen Leuten darüber zu reden", sagt der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit gleich zu Beginn dieses sensiblen Teils seiner Aussage.

Währenddessen sitzen zwei der mutmaßlichen Opfer nur wenige Meter von ihm entfernt im Saal. Sie schauen die meiste Zeit nach unten, vermeiden Blickkontakt. Die sogenannte "Skaugum-Frau", die an den Vortagen ausgesagt hatte, ist an diesem Prozesstag nicht anwesend.

Für Marius ist die Situation laut seiner Verteidigung eine enorme Belastung. Anwalt Petar Sekulic erklärte gegenüber "VG" bereits am Vortag: "Es ist eine Herausforderung. Eine anspruchsvolle Situation. Er hat gesundheitliche Probleme und muss Medikamente einnehmen, um den Fall durchzuhalten." Wie bestätigt wurde, stand Høiby auch während seiner Aussage unter starken Medikamenten.

Aussage sorgt für Stirnrunzeln: "Manchmal waren die Frauen müde"

Trotzdem wird er weiter detailliert befragt. Marius erklärt, warum er im Internet gezielt nach seinem Namen in Kombination mit dem Wort "Vergewaltigung" gesucht habe. Er habe Gerüchte gehört, sagt er. "Auf Reddit gab es total verrückte Beiträge dazu." Er lese alles, betont er – nicht nur Medienberichte, sondern auch Foren und soziale Netzwerke.

Dann lenkt die Staatsanwaltschaft den Fokus erneut auf die Partynacht im Dezember 2018 auf Schloss Skaugum. Die Polizei geht davon aus, dass Marius damals die "Skaugum-Frau" gefilmt und sie in einer Situation missbraucht haben soll, in der sie sich nicht wehren konnte. Die Frage, ob er jemanden unter Drogen gesetzt habe, weist Høiby zurück: "Soweit ich weiß, habe ich noch nie jemanden unter Drogen gesetzt."

Besonders brisant ist eine weitere Nachfrage: Ob es Absprachen mit Frauen über Sex mit schlafenden oder bewusstlosen Personen gegeben habe. Während Marius am Vortag noch erklärte, er habe "keinen Sex mit schlafenden Leuten", sagt er nun laut "VG": "Manchmal waren die Frauen müde, und dann haben sie gesagt, dass ich einfach weitermachen kann. Manchmal habe ich auch nicht gemerkt, dass sie eingeschlafen sind, aber es gab da diese Absprache."

Ein Teil der Aussage, über den öffentlich kaum gesprochen werden darf und der dennoch schwer im Raum steht. Der Prozess gegen Marius Borg Høiby dauert noch bis Mitte März.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 05.02.2026, 11:03, 05.02.2026, 10:45
Jetzt E-Paper lesen