Zum ersten Mal in der Geschichte des norwegischen Königshauses hat ein Mitglied der Königsfamilie einen Angehörigen im Gefängnis besucht.
Wie das Magazin "SE og HØR" berichtet, fuhren am Donnerstagabend um exakt 19.29 Uhr zwei dunkle Fahrzeuge vor das Osloer Gefängnis. Auf dem Rücksitz eines der Autos: Kronprinz Haakon (52). Der Thronfolger wollte seinem Stiefsohn Marius Borg Høiby (29) in dieser schwierigen Phase persönlich beistehen.
Der Besuch fällt in eine besonders belastende Zeit für Høiby. Er befindet sich derzeit in Untersuchungshaft und steht gleichzeitig vor Gericht. Direkt zu Beginn seines jüngsten Verhandlungstages sprach er offen über seinen Zustand. Er sei "unfassbar müde", der Prozess sei "sehr zäh", erklärte er vor Gericht. "Aber ich sitze ja in meiner Zelle und denke und denke", jammerte er weiter.
Høiby war am Wochenende vor Prozessbeginn erneut festgenommen worden. Die Vorwürfe wiegen schwer: mutmaßliche Körperverletzung, Bedrohung mit einem Messer sowie ein Verstoß gegen ein bestehendes Kontaktverbot. Der zuständige Richter ordnete daraufhin eine vierwöchige Untersuchungshaft an.
Dass Kronprinz Haakon seinen Stiefsohn nun im Gefängnis besucht, gilt als deutliches Zeichen familiärer Unterstützung – und als ungewöhnlicher Schritt für das traditionell zurückhaltende Königshaus. Öffentlich äußerte sich der Palast bislang nicht zu dem Besuch. Klar ist jedoch: Der Fall belastet nicht nur Marius Borg Høiby selbst, sondern wirft auch lange Schatten auf die Königsfamilie.