Der älteste Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit (52) wird für vier Wochen, bis zum 2. März, in Untersuchungshaft bleiben, das entschied das Bezirksgericht Oslo am Montagnachmittag.
Wie die Polizei am Montag in Oslo mitteilte, wurde Marius Borg Høiby (29) am Sonntagabend gegen 23.21 Uhr Ortszeit wegen neuer Vorwürfe in Gewahrsam genommen. Und das nur zwei Tage vor Beginn des siebenwöchigen Prozesses, in dem ihm insgesamt 38 Straftaten zur Last gelegt werden.
Polizeianwalt Andreas Kruszewski bestätigte in einer Pressemitteilung, dass Høiby nun zusätzlich Körperverletzung, Bedrohung mit einem Messer sowie ein Verstoß gegen eine einstweilige Verfügung vorgeworfen werden. Die jüngsten Vorfälle sollen sich laut Kruszewski mutmaßlich am vergangenen Wochenende ereignet haben.
Marius soll in den vergangenen Wochen mehrfach den Kontakt zu einem seiner mutmaßlichen Opfer gesucht haben, obwohl ihm dies von der Polizei ausdrücklich verboten worden war.
Medienberichten zufolge handelt es sich um jene Frau, deren Wohnung er im Sommer 2024 verwüstet haben soll. Sie wird laut norwegischen Medien voraussichtlich im bevorstehenden Prozess als Zeugin aussagen.
Am Sonntagabend soll es zwischen der jungen Frau und dem 29-Jährigen erneut zu einer Eskalation gekommen sein. Sogar von einer Bedrohung mit einem Messer und Körperverletzung ist die Rede. Die Polizei beantragte wegen Sorge auf Rückfallgefahr eine vierwöchige Untersuchungshaft, die vom Bezirksgericht bestätigt wurde.
Høiby muss sich nun wegen 38 Straftaten, darunter vier mutmaßliche Vergewaltigungen sowie die körperliche und psychische Misshandlung mehrerer Ex-Freundinnen, Sachbeschädigung sowie Besitz und Weitergabe von Drogen, vor Gericht verantworten. Der Polizei liegen laut eigenen Angaben Videos und Fotos vor, welche die Vorwürfe untermauern.
Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine Freiheitsstrafe von bis zu 16 Jahren. Teile der Anschuldigungen hat der 29-Jährige bereits eingeräumt, darunter Drogenbesitz sowie Gewalttaten unter dem Einfluss von Alkohol und Kokain gegen eine Frau.
Marius ist der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit aus einer früheren Beziehung, also nicht der leibliche Sohn von Kronprinz Haakon und somit kein offizielles Mitglied des norwegischen Königshauses. Er trägt keinen Adelstitel, hat keine royalen Pflichten und lebt seit Jahren weitgehend unabhängig von der Monarchie.
Geboren wurde Marius 1997. In seiner Jugend wuchs er teilweise im Rampenlicht auf, zog sich später aber bewusst aus der Öffentlichkeit zurück. Er arbeitete unter anderem im Mode- und Kreativbereich, lebte zeitweise in London und pflegte ein eher jetsetartiges Leben – fernab von höfischen Regeln.
In den vergangenen Jahren geriet Marius jedoch mehrfach negativ in die Schlagzeilen. Norwegische Medien berichteten wiederholt über Polizeieinsätze, Gewaltvorwürfe und Drogenprobleme.