Sieben Personen sollen wegen möglicher Verwicklung in Spielmanipulationen festgenommen worden sein. Vier davon sitzen laut Grazer Staatsanwaltschaft in U-Haft. Ein Wettskandal hat die Regionalliga Ost dieser Tage fest im Griff.
Unter anderem involviert: Personen aus dem Umfeld des SC Neusiedl am See. Für alle gilt die Unschuldsvermutung.
Noch ist die Lage undurchsichtig. Das Bundeskriminalamt gibt nur wenig bekannt – aus ermittlungstaktischen Gründen. Eine Auflistung verdächtiger Spiele gibt es bisher ebenso wenig wie die Namen möglicher betroffener Kicker.
Neusiedl geht mit einem offiziellen Klub-Statement in die Offensive. Der Verein sei wegen des Verdachts auf Spielmanipulation in "Schockstarre", schreibt: "Beim heutigen Termin im Bundeskriminalamt in Wien hat der Club erste Informationen von den Behörden erhalten. Die wichtigste Erkenntnis daraus ist: Weder der Verein an sich noch einzelne Funktionäre sind im aktuellen Verfahren als Verdächtigte oder gar Beschuldigte geführt." Der angesprochene Termin fand am Montag beim Bundeskriminalamt in Wien statt.
Obmann Peter Eigl fühlt sich bestätigt, dass der Verein in der Sache ein Opfer, kein Täter sei. Apropos: Welche und wieviele Personen mit Klub-Bezug verhört wurden oder gar in U-Haft sitzen, sei Neusiedl nicht beantwortet worden.
Eigl versichert: "Wir als Vorstand des SC Neusiedl am See 1919 werden mit den zuständigen Behörden vollumfänglich zusammenarbeiten und wollen mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen, zur bestmöglichen Aufklärung beizutragen."
Im Klub-Statement heißt es weiter: "Sollten sich die Verdachtsmomente gegen Spieler unseres Clubs bestätigen, werden wir ehest möglich arbeits- und/oder zivilrechtliche Schritte gegen die Betroffenen prüfen. Betrügerische Aktivitäten haben nirgends, aber vor allem im Sport nichts verloren und sind auf das Schärfste zu Verurteilen. Allein durch das laufende Verfahren wurde unserem Verein weit über die Landesgrenzen hinaus enormer Schaden zugefügt. Das Image der gesamten Regionalliga Ost wurde durch die im Raum stehenden Vorwürfe schwer in Mitleidenschaft gezogen."
Auch der Wiener Sportclub hat offiziell auf die Berichte reagiert, dass ein Spieler des Klubs in der Causa verhört wurde. Das bestätigt der Sportclub, betont aber, dass er zu hundert Prozent hinter dem Spieler stehe, dieser auch nicht als Verdächtiger geführt werde.
Der Sportclub schreibt: "In der Causa selbst halten wir fest, dass am vergangenen Donnerstag einer unserer Spieler aus dem RLO-Kader über mehrere Stunden von der Polizei vernommen wurde. Hintergrund dessen ist eine jahrelange sportliche, wie persönliche Verbundenheit eines der Verdächtigen und unseres Spielers."
Der Verein weiter: "Nach eingehender Befragung und voller Kooperation durch unseren Spieler sind die Ermittlungsbehörden entsprechend zu dem Schluss gekommen, dass der Betroffene nicht als Beschuldigter geführt wird. Infolgedessen war unser Spieler noch am Donnerstag wieder zu Hause. Es geht ihm den Umständen entsprechend gut. An dieser Stelle möchten wir ihm noch einmal unsere volle Unterstützung zusichern."