Der frühere deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz übernimmt eine neue Aufgabe: Nach einem Jahr als Hinterbänkler im Bundestag wird er die neue Kommission zur Weiterentwicklung der deutschen Entwicklungspolitik leiten.
Gemeinsam mit der früheren Präsidentin Costa Ricas, Laura Chinchilla, soll er an der Spitze der entwicklungspolitischen Nord-Süd-Kommission stehen. Diese soll bis Ende 2028 einen Bericht mit Empfehlungen zur künftigen Ausrichtung der deutschen Entwicklungshilfe vorlegen.
Wie n-tv.de berichtet, hat die neue Kommission ein historisches Vorbild: Von 1977 bis 1983 leitete der frühere Bundeskanzler Willy Brandt eine Nord-Süd-Kommission, die wirtschaftliche und soziale Ungleichheiten zwischen Nord und Süd analysierte.
Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan erklärte nach dem Kabinettsbeschluss, mit Scholz und Chinchilla könnten "zwei weltweit hoch geschätzte und multilateral erfahrene Co-Vorsitzende" eingesetzt werden.
Hintergrund ist der Wunsch, angesichts aktueller Entwicklungen in der Weltpolitik und steigender Haushaltszwänge ein neues Konzept für die Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern zu erarbeiten. Die Kommission soll aus rund 20 Mitgliedern aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft bestehen.
"Die globale Ordnung verschiebt sich – hin zu mehr multipolaren Machtzentren", so die Ministerin. "Wenn Deutschland auch in Zukunft global mitgestalten will, brauchen wir stabile Partnerschaften mit Ländern des Globalen Südens."