Die Debatte um Jugendkriminalität nimmt wieder Fahrt auf. Auslöser sind neue Zahlen aus der Steiermark: Die Anzeigen gegen junge Verdächtige sind im Vorjahr um 6,6 Prozent gestiegen.
Vor allem bei Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren gab es einen deutlichen Anstieg – von 4.228 auf 4.738 Anzeigen. Bei Kindern unter 14 Jahren ging die Zahl hingegen leicht zurück, von 1.661 auf 1.570. Trotzdem bezeichnet Innenminister Gerhard Karner diese Gruppe im Langzeittrend als "Sorgenkind".
Der steirische VP-Klubobmann Lukas Schnitzer fordert nun ein härteres Vorgehen. Sein Vorschlag sorgt für Aufsehen, das berichtet die Kleine Zeitung: Auch in Österreich sollen Jugendliche nach schweren Straftaten verpflichtend in geschlossenen Einrichtungen untergebracht werden. "In Schweden werden 13-Jährige künftig nach schweren Straftaten in Jugendgefängnissen untergebracht. Auch bei uns sollte es eine gesetzliche Pflicht zum Aufenthalt in geschlossenen Einrichtungen zur Erziehung Minderjähriger und Begleitung auf den rechten Weg geben", sagt Schnitzer.
Ein weiteres Ziel: die Senkung der Strafmündigkeit. Aktuell liegt diese in Österreich bei 14 Jahren. Schnitzer will sie laut Kleine Zeitung auf 12 Jahre herabsetzen. "Denn Jugendliche wissen ganz genau, dass die Strafmündigkeit ab 14 Jahren beginnt. Sowohl im Wahl-, als auch im Regierungsprogramm der Steiermärkischen Landesregierung haben wir uns darauf verständigt, dass wir uns gegenüber dem Bund für die Herabsetzung der Strafmündigkeit auf zwölf Jahre einsetzen."
Das Thema soll auch bei der nächsten Tagung der Klubobleute zur Sprache kommen.
Doch der Vorstoß ist umstritten. Viele Experten sehen ein niedrigeres Strafalter kritisch. Andere zweifeln daran, dass die Jugendkriminalität tatsächlich so stark steigt. Sie argumentieren, dass heute deutlich mehr und schneller angezeigt wird als früher.