Die Umstellung auf ein bargeldloses System im Schärdinger Parkhaus sorgt weiter für Diskussionen. Vor allem ältere Bürger fühlen sich durch die neue Regelung benachteiligt. Bürgermeister Günter Streicher verteidigt den Schritt nun aber deutlich.
Gemeinsam mit Verkehrsstadtrat Stefan Wimmer präsentierte der Ortschef zuletzt die neue schrankenlose Zufahrt. Die Stadt habe handeln müssen, weil die bisherige Technik veraltet gewesen sei. Auch ein Einbruchsdiebstahl habe die Entscheidung beschleunigt.
Besonders in sozialen Netzwerken hagelt es Kritik. Viele Bürger beklagen, dass Barzahlung nicht mehr möglich ist. Eine Nutzerin schreibt etwa, ältere Menschen ohne Smartphone würden damit ausgeschlossen. Andere sprechen sogar von einem "Digital-Bürokratiezentrum".
Für Bürgermeister Streicher überwiegen dennoch die Vorteile. Das neue System sei moderner, weniger störanfällig und langfristig günstiger für die Stadt. Die laufenden Kosten hätten sich laut Stadtgemeinde massiv reduziert. Gleichzeitig würden die Einnahmen gleich bleiben.
Auch Verkehrsstadtrat Wimmer weist die Vorwürfe zurück. Niemand solle ausgeschlossen werden. Rund um die Garage gebe es weiterhin genügend Parkplätze, bei denen bar bezahlt werden könne. Zudem könne die Parkgebühr noch bis zu 48 Stunden später per Überweisung beglichen werden.
Für ältere Menschen ohne Onlinebanking oder Handyzahlung bringt Wimmer einen ungewöhnlichen Vorschlag ins Spiel: "Dann kann etwa ein Enkel helfen und die Überweisung erledigen."
Eine komplette Umstellung aller Parkplätze auf bargeldloses Zahlen ist laut Stadt derzeit aber nicht geplant. Am Stadtplatz sollen Bargeld, Karte und App weiterhin parallel möglich bleiben.