Probleme für Ältere

Stadt schafft Barzahlung ab – Welle der Empörung

In Schärding sorgt die neue bargeldlose Parkgarage für Ärger. Vor allem ältere Bürger fühlen sich dadurch ausgeschlossen.
Oberösterreich Heute
18.05.2026, 04:00
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Die Aufregung um die neue Bezahlregelung in der Schärdinger Parkgarage reißt nicht ab. Seit dort nicht mehr bar bezahlt werden kann, hagelt es Kritik von Bürgern. Besonders ältere Menschen würden dadurch benachteiligt werden, heißt es.

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Wie "Mein Bezirk OÖ" nun berichtet, machen viele ihrem Ärger in sozialen Netzwerken Luft. Eine Userin schreibt: "Eigentlich schon traurig. Denkt da mal wer auch an die ältere Generation, die meistens kein Smartphone hat oder sich einfach nicht auskennt mit sowas? Muss denn alles immer nur mehr bargeldlos sein?"

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Noch deutlicher wird ein anderer Schärdinger. Er schreibt: "Früher ist man hineingefahren, hat bar bezahlt und ist wieder rausgefahren. Heute braucht man Kennzeichen, Karte, App oder Nachzahlung übers Portal." Besonders hart geht er mit den Verantwortlichen ins Gericht: "Die Menschen, die kein Smartphone haben, lieber bar zahlen oder mit dem ganzen System schlicht nichts anfangen können, werden einfach mitgedacht? Nein - die werden aussortiert."

Verkehrsstadtrat Stefan Wimmer (SPÖ) weist die Vorwürfe zurück. "Wir wollten in keinem Fall jemanden ausschließen", sagt er. Die Umrüstung sei schon länger geplant gewesen, der Einbruch in die Anlage habe die Sache lediglich beschleunigt. Zudem sei das neue videobasierte System "innovativ und zukunftsweisend".

Ganz nachvollziehen kann Wimmer die Kritik dennoch nicht. "Dass damit ältere Bürger ausgeschlossen werden, sehe ich nur teilweise so", erklärt er. Rund um die Garage gebe es weiterhin Parkplätze, bei denen bar bezahlt werden könne - manche seien sogar gratis.

"Wollen in keinem Fall jemanden ausschließen"

Der Stadtrat wird mit einem Tipp zitiert: "Wir wollten in keinem Fall jemanden ausschließen. Ältere Bürger, die weder Karte noch Handybezahlung noch Parkapp haben, können etwa einen Enkel bitten, dies via Überweisung zu erledigen."

Außerdem könne man bis zu 48 Stunden nach dem Parken noch per Überweisung bezahlen. Für die Stadt dürfte sich das neue System jedenfalls rechnen. Laut Wimmer hätten sich die laufenden Kosten "um 75 Prozent reduziert", die Einnahmen würden aber gleich bleiben.

{title && {title} } red, {title && {title} } 18.05.2026, 04:00
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