Kirschlorbeer am Hauptplatz

"Schädlich für Menschen" – Wirbel um Pflanzen in Linz

In Linz sorgt ausgerechnet Stadtgrün für Ärger: Mehrere Kirschlorbeer-Sträucher stehen mitten am Hauptplatz. Naturschützer warnen vor der Pflanze.
Oberösterreich Heute
22.05.2026, 04:00
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Mehr Bäume, mehr Pflanzen, mehr Schatten gegen die Hitze: In Linz wird immer wieder darüber gesprochen, die Stadt grüner zu machen. Mitten am Hauptplatz sorgt jetzt aber ausgerechnet eine Pflanze für Wirbel.

Mehrere Kirschlorbeer-Sträucher stehen am Hauptplatz.
"Heute"

"Alien des Jahres" am Hauptplatz

Es geht um den Kirschlorbeer: Der wurde vom Naturschutzbund nämlich zum "Alien des Jahres 2026" gekürt. Trotzdem stehen direkt vor dem Innovationshauptplatz gleich mehrere der umstrittenen Neophyten in großen Holzkisten mitten am Hauptplatz.

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Was sind Neophyten?

Neophyten sind gebietsfremde Pflanzenarten, die nach 1492 – also seit Beginn des weltweiten Warenverkehrs – mit direkter oder indirekter Hilfe des Menschen in neue Regionen gelangt sind.

Die meisten bleiben unauffällig, einige wenige sind aber invasiv: Sie verdrängen heimische Arten, verändern Ökosysteme und werden so zur Gefahr für die Artenvielfalt. Zusätzlich können sie wirtschaftliche oder gesundheitliche Probleme verursachen.

Quelle: Naturschutzbund Österreich

LinzPlus kritisiert jetzt scharf, dass die Pflanze "locker-flockig" in der Linzer City steht: "Sie sind schädlich für Menschen und unsere heimischen Pflanzenarten", schreibt die Partei auf Facebook. Der Naturschutzbund gibt dem grundsätzlich recht. Die Organisation warnt seit Jahren davor, dass sich der Kirschlorbeer immer stärker ausbreitet und heimische Pflanzen verdrängt.

Alle Pflanzenteile giftig

Die robusten Sträucher wachsen schnell, bilden dichte Bestände und nehmen anderen Arten Licht und Nährstoffe weg. Samen werden über Vögel oder Wasser verbreitet – dadurch taucht die Pflanze mittlerweile auch immer öfter in Wäldern und an Waldrändern auf.

Dazu kommt: Wirklich viel Nutzen für die Tierwelt habe der Kirschlorbeer laut Naturschutzbund nicht. Viele Bestäuber können mit den Blüten wenig anfangen, außerdem gelten alle Pflanzenteile als giftig. Vor allem für Kinder und Haustiere könne das problematisch werden.

In der Schweiz schon verboten

In der Schweiz gilt seit September 2024 sogar ein Verkaufsverbot von Kirschlorbeer, in Deutschland werde darüber diskutiert – in Österreich sei die Pflanze "weiterhin frei erhältlich und wird teils sogar als 'bienenfreundlich' beworben", so der Naturschutzbund.

Wichtig ist allerdings: Hierzulande ist Kirschlorbeer derzeit zwar nicht offiziell als invasive Art gelistet. Naturschutzorganisationen warnen aber schon seit Jahren vor der starken Ausbreitung der Pflanze und fordern einen bewussteren Umgang damit.

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