Wohnungen werden zu Ferien-Appartements, Linzer suchen verzweifelt nach leistbarem Wohnraum – jetzt schlagen die Grünen Alarm. Im kommenden Gemeinderat fordern sie strengere Regeln für Airbnb und ähnliche Plattformen.
Konkret soll endlich die von der EU vorgeschriebene Registrierungspflicht für Kurzzeitvermieter umgesetzt werden. "Alleine die unterschiedlichen Einschätzungen, wie viele Wohnungen aufgrund dieses Geschäftsmodells den Linzer:innen nicht zur Verfügung stehen, macht den Handlungsbedarf deutlich", sagt Grünen-Gemeinderat Tobias Reder.
Dass der Airbnb-Boom längst auch Linz erreicht hat, sei im Stadtbild sichtbar. Vor vielen Häusern hängen inzwischen kleine Schlüsselboxen – oft ein Hinweis auf Kurzzeitvermietungen. Wohnungen würden dadurch nach und nach dem normalen Markt entzogen. "Diese Verknappung birgt die Gefahr steigender Preise für das eigene Dach über dem Kopf zulasten der Linzer:innen", warnt Reder.
Er bringt dazu eine Resolution ein und fordert Bund und Land zum Handeln auf. Denn: Obwohl die EU-Verordnung bereits gilt, passiere in Österreich bislang wenig. Hinter dem sperrigen Namen "2024/1028 (STR-VO)" steckt eine klare Vorgabe aus Brüssel.
Seit Mai dieses Jahres müssten Kurzzeitvermieter registriert werden. Doch auf der Website des Wirtschaftsministeriums hieße es aktuell sogar, dass "die STR-VO mit dem Geltungsbeginn der Verordnung am 20. Mai 2026 vorerst in keinem Bundesland umgesetzt" werde.
Und weiter: "Einige Bundesländer werden die Verordnung vermutlich zu einem späteren Zeitpunkt umsetzen." Für Reder ein unhaltbarer Zustand: "Diese Aussagen seitens eines Ministeriums zu einer umzusetzenden EU-Verordnung irritieren einen dann doch."
Für ihn entstehe der Eindruck, "dass die Interessen derjenigen, die Wohnungen vorübergehend auf einschlägigen Plattformen für Tourist:innen vermieten, wichtiger sind, als mehr Transparenz und leistbaren Wohnraum für die Bevölkerung sicherzustellen".
Für die Grünen ist klar: Die Stadt brauche endlich einen genauen Überblick über das Ausmaß der Kurzzeitvermietungen. "Eine leistbare Wohnung zu finden, muss aber eine Selbstverständlichkeit sein und darf nicht zum Luxus werden", betont Reder. Deshalb sei es höchste Zeit, die Registrierungspflicht für Airbnb und Co. auch tatsächlich umzusetzen.