Am Mittwoch wird im sommerlichen Portoroz in Slowenien bei angenehmen 26 Grad direkt am kristallblauen Meer über die Zukunft des Skisports entschieden.
Bei der FIS-Kalenderkonferenz könnte das Ende jenes Ski-Weltcups, wie ihn die Fans seit Jahren kennen, beschlossen werden. Es wird angedacht, die Super-G und die Super-Kombi abzuschaffen. Statt des Super-G (seit 1982 im Weltcup-Programm) soll es in Zukunft Sprintabfahrten in zwei Durchgängen geben. Die Super-Kombi soll komplett abgeschafft werden. Auch die Startfelder sollen, auf Druck der TV-Stationen, kleiner werden. Ein Nachteil für die großen Ski-Nationen. Der ÖSV – eh klar – wehrt sich dagegen.
"Slalom unter der Woche"
"Heute" sprach ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel in Wien, wo er das "Projekt Olympia" (5 Millionen € Förderung für 150 Sportler pro Jahr) vorstellte, darauf an. "Die Ideen gibt es", bestätigte er, "jetzt stehen aber erst einmal die ersten Gespräche dazu an."
Schröcksnadel weiter: "Ich habe dazu andere Ansichten, größere Pläne. Ich will einen neuen Ski-Weltcup. Die Technik-Rennen sollen unter der Woche, Dienstag und Mittwoch, unter Flutlicht steigen. Die Speed-Rennen dann am Wochenende. Einzige Ausnahme: echte Klassiker. Der Slalom in Kitzbühel muss weiter an einem Sonntag sein, Adelboden oder Wengen auch."
" Fans an neue Zeiten gewöhnen"
Schröcksnadel sieht große Vorteile in der Termin-Revolution: "Wir könnten den Kalender entflechten, würden uns am Wochenende auch leichter bei Verschiebungen tun. Und: Am Abend schauen einfach mehr Leute zu – das wissen wir aus Erfahrung. Wir müssen die Fans an die neuen Zeiten gewöhnen. Mittwoch von 17 bis 20 Uhr ist in Zukunft Skifahren."
Den Einwand, dass das deutsche Fernsehen unter der Woche am Abend kein Skirennen zeigen wird, lässt Schröcksnadel nicht gelten. "Die Öffentlich-Rechtlichen verlieren derzeit sowieso alle Rechte. Klar ist: Das Fernsehen braucht Live-Events. Alles andere habe ich eh schon auf Netflix oder sonst wo."
(mh)