Sport

Schröcksnadel: Rückzieher bei Klage gegen Werdenigg

Heute Redaktion
13.09.2021, 22:24

Ex-Skifahrerin Nicola Werdenigg machte vermeintliche Missbrauchsfälle im ÖSV öffentlich. Der ÖSV drohte mit Klage, jetzt rudert Peter Schröcksnadel zurück.

Nicola Werdenigg, unter ihrem Mädchennamen Spieß 1976 Abfahrts-Olympiavierte, machte sexuelle Übergriffe im ÖSV öffentlich. Sie berichtete von einer Vergewaltigung, die ein Teamkollege an ihr begangen hatte, als sie 16 Jahre alt war.

Eine weitere Weltcupläuferin berichtete im "Standard"anonym über Fälle von sexualisierter Gewalt. Im Interview in der ORF-Sendung "ZiB 2" sprach Werdenigg einen weiteren Übergriff im ÖSV-Team an aus dem Jahr 2005 an. Das ÖSV-Führungspersonal sei davon informiert worden – Folgen hätte das keine gehabt.

ÖSV-Brief an Werdenigg

Der ÖSV hat danach Werdenigg per Brief gebeten, Namen zu dem von ihr genannten Vorfall aus dem Jahr 2005 bekanntzugeben. "Sonst können wir nichts unternehmen. Wir wollen proaktiv handeln. Wenn sich da etwas bestätigt, fliegt derjenige sofort hinaus. Aber das Problem ist ja, dass so eine ganze Gruppe diskreditiert wird", stellt Schröcksnadel klar.

Schröcksnadel: "Haben nie mit Klage gedroht"

Dass Schröcksnadel Werdenigg mit einer Klage drohte, verneint der ÖSV-Boss im "Standard"-Gespräch: "Wir haben Nicola Werdenigg nie mit Klage gedroht. Es ist sehr zu begrüßen, dass sie berichtet hat, was ihr in den 70ern widerfahren ist."

"Jeder haut auf uns hin"

Schröcksnadel missfällt die Außendarstellung des ÖSV nach Aufkommen des Missbrauchsskandals.

"Jeder haut auf uns hin, das ist für mich nicht zu akzeptieren", sagt der 76-Jährige. "Im Verband kriegen wir die Läuferinnen und Läufer frühestens im Alter von 16. Dadurch ist das Gefährdungspotenzial viel geringer. Der ÖSV ist kein geschlossenes Heim. Bei uns passiert nichts im Geheimen."

Der ÖSV-Präsident begrüßt Werdeniggs Aufklärungsarbeit: "Dadurch entsteht ein Problembewusstsein und das ist sehr positiv. Auch damit, dass das auf dem Rücken des Skiverbands passiert. Und wenn sie nicht sagt, wer ihr das damals angetan hat, versteh ich das voll."

(red)

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