"Wenn engagierte Eltern selbst mit technischer Unterstützung daran scheitern, einen Schüler-Laptop zu Hause wirklich kindersicher zu machen, dann hat nicht die Familie, sondern die Bildungspolitik versagt", so FPÖ Niederösterreich-Bildungssprecher und Landtagsabgeordneter Helmut Fiedler.
Auslöser sind Schilderungen besorgter Eltern, wonach von der Schule ausgegebene Geräte im Schulnetzwerk zwar eingeschränkt seien, außerhalb der Schule aber offenbar nicht ausreichend geschützt werden könnten. "Ein Kind darf mit einem Schulgerät nicht in eine digitale Welt geschickt werden, in der Pornografie oder Gewalt nur wenige Klicks entfernt sind. Wer Geräte an Kinder ausgibt, trägt auch Verantwortung dafür, was auf diesen Geräten möglich ist", so Fiedler.
Besonders alarmierend sei, dass Kinder einander bereits problematische Inhalte auf den Geräten zeigen würden. "Der Staat gibt Kindern Laptops in die Hand und überlässt den Eltern dann die technische Schadensbegrenzung. Das ist verantwortungslos und keine moderne Bildung", betont Fiedler.
Für Fiedler geht es dabei längst nicht mehr nur um einzelne technische Filter, sondern um eine grundsätzliche Fehlentwicklung in der Bildungspolitik. "International setzt längst ein Umdenken ein. Norwegen will künstliche Intelligenz in den ersten sieben Schulstufen im Wesentlichen nicht einsetzen lassen, weil Lesen, Schreiben und Rechnen Vorrang haben müssen."
Diese Einschätzung werde auch von österreichischen Fachleuten gestützt, etwa vom Technikfolgenforscher Jaro Krieger-Lamina von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. "Wenn selbst Fachleute der Technikfolgenabschätzung davor warnen, digitale Geräte zu früh zur zentralen Lebens- und Lernumgebung von Kindern zu machen, dann muss auch die Schule den Mut haben, die Bildschirmzeit im Volksschulalter klar zu begrenzen", so Fiedler in einer Aussendung.
Auch in NÖ müsse daher endlich ehrlich Bilanz gezogen werden. "Die Digitalisierung an unseren Schulen wurde viel zu oft ohne klares pädagogisches Konzept, ohne ausreichende Altersgrenzen, ohne technische Mindeststandards und ohne Hausverstand durchgedrückt. Jeder Lehrer macht es anders, Schüler sind überfordert, Eltern werden belastet, und der Lernerfolg bleibt auf der Strecke", kritisiert Fiedler.
Die FPÖ stehe für eine andere Bildungspolitik: "Bildung vor Bildschirm. Wissen vor Wischen. Konzentration vor Dauerablenkung. Gerade in der Volksschule und in der Unterstufe brauche es wieder mehr Bücher, Hefte, Handschrift, Lesen, Rechnen, klare Aufgabenstellungen und echte Wissensvermittlung", heißt es. "Digitale Geräte können ein Werkzeug sein, aber sie dürfen niemals Lehrer, Lehrbücher und konzentriertes Lernen ersetzen", schließt Fiedler.