Wenige Tage nach dem Schwertangriff an einer schwedischen Schule mit einer Toten und drei Verletzten ist ein weiterer Verdächtiger festgenommen worden. Er stehe unter dem Verdacht, Komplize eines bereits gefassten 18-Jährigen zu sein.
Ihm wird die Beihilfe zu Mord und versuchtem Mord vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Weitere Angaben machte sie zunächst nicht. Anfangs war die Polizei von einem Einzeltäter ausgegangen.
Am Freitag war ein junger Mann mit einem Schwert in das Gymnasium in der Kleinstadt Fagersta eingedrungen. Er tötete eine 17-jährige Schülerin und verletzte drei weitere Schüler. Zwei von ihnen befinden sich in einem lebensbedrohlichen Zustand im Krankenhaus; sie sind zwölf und 17 Jahre alt.
Der Angreifer wurde von der Polizei angeschossen und festgenommen. Er befindet sich in Untersuchungshaft. Laut Justizdokumenten, die die Nachrichtenagentur AFP einsah, handelt es sich um den 18-jährigen Liam N. vom Brinell-Gymnasium, an dem sich der Vorfall ereignete. Laut Medienberichten ist er wegen Körperverletzung vorbestraft.
Das Motiv für die Tat ist weiter unklar. Laut schwedischen Medienberichten laufen Ermittlungen unter anderem zu einem mittlerweile gelöschten Konto auf der Videoplattform TikTok, das dem Hauptverdächtigen zugeordnet wird. Die AFP konnte das Profil vor dem Löschen einsehen. Es enthielt mehrere Videos, die im Zusammenhang mit Angriffen auf Schulen standen.
Laut der schwedischen Tageszeitung "Dagens Nyheter" war auf dem TikTok-Profil zuletzt das Foto eines auf dem Boden liegenden Schwertes zu sehen gewesen. Der Zeitung zufolge wurde das Bild in den Toilettenräumlichkeiten des Brinell-Gymnasiums aufgenommen.
Medien hatten berichtet, der Täter habe bei seinem Angriff einen Helm getragen sowie ein Schwert bei sich gehabt. Das erinnert an einen rassistisch motivierten Angriff in einer Schule im Jahr 2015 im westschwedischen Trollhättan, bei dem ein 21-Jähriger mit einem Schwert drei Menschen getötet hatte.
In Schweden gab es in den vergangenen Jahren mehrere Angriffe auf Schulen. Im Februar 2025 drang ein 35-jähriger ehemaliger Schüler in ein Bildungszentrum für Erwachsene in der Stadt Örebro ein und erschoss zehn Menschen und sich selbst. Es war der schlimmste Schusswaffenangriff in der Geschichte Schwedens.