Bei null Grad Celsius

Mama setzt 8-jährigen Sohn nackt im Wald aus

Eine Mutter setzte ihren achtjährigen Sohn bei Dunkelheit und Temperaturen um null Grad nackt im Wald aus. Der Bub wurde dabei schwer verletzt.
André Wilding
26.08.2026, 10:30
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Stockdunkel, Regen und Temperaturen um den Gefrierpunkt: Unter diesen Bedingungen musste ein achtjähriger Bub am 30. November 2025 nackt aus dem Auto seiner Mutter steigen. Die 41-Jährige wollte ihr Kind laut Anklage zur Strafe in einem Waldstück im Osterzgebirge zurücklassen. Der Vorfall hatte schwere Folgen.

Nun musste sich die alleinerziehende Frau vor dem Amtsgericht Dippoldiswalde wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen verantworten – darüber berichtet die BILD-Zeitung.

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Streit vor dem Schlafengehen

Mutter und Sohn lebten gemeinsam in einer Kleinstadt im Osterzgebirge. Am Tag der Tat war es laut Verteidigung beim Zu-Bett-Gehen zu einem Konflikt gekommen. Worum es bei dem Streit genau ging, wurde vor Gericht nicht näher behandelt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft forderte die Mutter ihren Sohn anschließend auf, ins Auto zu steigen. Sie fuhr mit ihm zu einem Waldstück und verlangte dort von dem Achtjährigen, seine Kleidung auszuziehen und aus dem Wagen zu steigen, heißt es in dem Bericht.

Die Frau soll danach die Zentralverriegelung aktiviert haben, damit ihr Sohn die Autotür nicht wieder öffnen konnte. Anschließend fuhr sie los.

Bub stürzt und verletzt sich schwer

Der Achtjährige versuchte noch, sich an der Autotür festzuhalten. Dabei stürzte er und schlug mit dem Kopf auf dem Boden auf. Der Bub erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma sowie Prellungen und Schürfwunden. Durch den Aufprall kam es zudem zu einem Gedächtnisverlust, schreibt die BILD.

Daraufhin nahm die Mutter ihren verletzten Sohn wieder mit nach Hause. Als der Bub über Schmerzen klagte, verständigte sie einen Bekannten, der als Rettungssanitäter arbeitet. Ihm erzählte sie von dem Vorfall. Der Mann alarmierte daraufhin den Notarzt.

Das Kind musste vier Tage im Krankenhaus behandelt werden. Seit dem Vorfall lebt der Bub in einem Kinderheim in Sachsen.

Mutter gesteht vor Gericht

Im Prozess legte die 41-Jährige ein Geständnis ab. Ihr Verhalten bezeichnete sie als "einmalige Ausnahmesituation". "Ich habe meinem Kind nie unter Vorsatz etwas angetan", sagte sie laut BILD vor Gericht.

Die Frau arbeitet derzeit nicht als Erzieherin, ist krankgeschrieben und befindet sich in Therapie. Ihre Verteidigerin argumentierte, dass die Mutter bei der Erziehung nur wenig Unterstützung erhalten habe. Sie forderte, von einer Strafe abzusehen.

Neun Monate bedingte Haft

Das Gericht verurteilte die 41-Jährige zu neun Monaten bedingter Haft. Richter Xaver Seitz machte laut BILD deutlich, wie schwer der Vorfall aus Sicht des Gerichts wiegt: "Das ist ganz schlimm!"

Dabei ging es nicht nur um die körperlichen Verletzungen des Kindes, sondern auch um die psychischen Folgen. "Das Ausgesetztsein hat eine besondere Qualität. Der Junge steht allein dort und er weiß nicht, ob sie ganz wegfahren oder er wieder eingesammelt wird", erklärte der Richter.

Der Achtjährige lebt seit dem Vorfall nicht mehr bei seiner Mutter, sondern in einem Kinderheim.

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