Nach dem enttäuschenden Saisonstart 2026 sieht Ralf Schumacher Red Bull vor schwierigen Jahren. Ein schnelles Comeback im Titelkampf erwartet der Sky-Experte nicht.
"Red Bull befindet sich in einem Neuaufbau, der aus meiner Sicht zwei bis drei Jahre dauern wird", sagt Schumacher. Zwar traue er dem Team zu, sich erneut zurück an die Spitze zu arbeiten, "man muss aber ein bisschen Zeit mitbringen".
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, wie lange so eine Phase dauern kann: Nach der Vettel-Ära musste Red Bull mehrere Jahre warten, ehe 2021 mit Max Verstappen wieder ein Weltmeister gestellt wurde.
Die aktuelle Situation wird zusätzlich durch zahlreiche Abgänge erschwert. Mehrere Schlüsselfiguren haben den Rennstall verlassen oder stehen vor dem Abschied. Auch Verstappens Renningenieur Gianpiero Lambiase zieht es zu McLaren.
Hier erwartet Schumacher noch Bewegung: "Ich glaube, dass es zwischen den beiden Parteien noch einen Poker geben wird." Er kann sich nicht vorstellen, "dass er das Jahr 2027 noch bei Red Bull zu Ende machen wird".
Das könnte auch Auswirkungen auf Verstappen selbst haben. "Max wird sich aus meiner Sicht im nächsten Jahr anders orientieren", meint Schumacher. Als mögliche Szenarien nennt er sogar ein Karriereende – oder einen Wechsel.
"Oder: Er geht mit seinem Ingenieur zu McLaren", so der Experte. In diesem Fall könnte es laut Schumacher sogar zu einem Fahrertausch kommen, weil bei McLaren eigentlich beide Cockpits besetzt sind.
Für Red Bull deutet damit vieles auf eine längere Durststrecke hin sportlich und personell.